Info
Geb.: 25. 3.1835 in München
Gest.: 6. 9.1905 in Riva del Garda am Gardasee
Karl von Heigel, 1891
Namensvarianten: Karl August Ritter von Heigel

Karl von Heigel

Karl August von Heigel, Sohn des Schauspielers und Oberregisseurs am Münchener Hoftheater August (Klemens) Heigel (1792-1849) und Bruder des Historikers Karl Theodor von Heigel (1842-1915), studiert von 1854 bis 1858 Philosophie in München und nimmt anschließend auf Vermittlung Emanuel Geibels eine Stelle als Bibliothekar bei Heinrich zu Carolath-Beuthen (1783-1864) an. Nach dessen Tod siedelt Heigel nach Berlin über, wo er seit 1865 literaturkritischer Redakteur der Modezeitschrift Bazar ist. Ab 1876 schreibt und bearbeitet er Stücke für die Münchener Bühne, vor allem für die privaten Separataufführungen König Ludwigs II. (1845-1886), mit deren Gestalten sich der König identifizieren kann. Bei 154 Aufführungen zwischen 1872 und 1885 erscheint Heigel vierzigmal als Autor. Für seine Verdienste wird er vom König mit mehreren Orden ausgezeichnet und 1881 in den Adelsstand erhoben. In München schließt sich Heigel den „Krokodilen“ an; mit deren Mitgliedern Hans von Hopfen und Felix Dahn ist er seit Jugend an befreundet. Nach dem Tod König Ludwigs bezieht Heigel 1886 den Palazzo Martini in Riva am Gardasee, wo er am 6. September 1905 stirbt.

Seine Werke handeln zumeist von tragischen Liaisons zwischen Adligen und Bürgerlichen und dem Konflikt zwischen individueller und patriotischer Liebe. Neben zwei 1891 und 1892 erschienenen Biografien zu Karl Stieler und König Ludwig II. verfasst Heigel zahlreiche historische Romane, Novellen, Erzählungen und Dramen sowie eine Sammlung Essays zur neueren Geschichte. Zu erwähnen sind u.a. das epische Gedicht Bar Cochba. Der letzte Judenkönig (1857), das Drama Marsa (1862), die Novelle Walpurg. Eine Geschichte aus der Zeit Max Emanuels (1859), der Roman Der Theaterteufel (1878), die Erzählungen Der Weg zum Himmel (1889), Das Geheimnis des Königs (1891), Baronin Müller (1893), Am blauen Gardasee (1898), Der Maharadscha (1900) sowie postum Die nervöse Frau (1928).

Verfasser: Bayerische Staatsbibliothek / Dr. Peter Czoik

Sekundärliteratur:

Mahr, Johannes (1987) (Hg.): Die Krokodile. Ein Münchner Dichterkreis. Texte und Dokumente mit 29 Abbildungen. Reclam, Stuttgart.


Externe Links:

Literatur von Karl von Heigel im BVB

Karl von Heigel in der BLO

Nachlass von Karl von Heigel in bavarikon

Karl von Heigel in der Deutschen Biographie

Werke bei gutenberg.spiegel.de

Karl von Heigel in der Wikipedia

Kommentar schreiben