Info
Geb.: 13. 8.1923 in Sonthofen
Gest.: 22.3.1993 in Ottobeuren
Namensvarianten: Aegidius Rudolf Kolb

Ägidius Kolb

Pater Ägidius Rudolf Kolb OSB wird am 13. August 1923 in Sonthofen als Sohn eines königlich-bayerischen Hofbeamten und einer schwäbischen Lehrerin geboren. Nach dem Besuch des Gymnasiums in Dillingen a.d. Donau und anschließendem Kriegsdienst (1941-1945) studiert er an der Hochschule und im Priesterseminar Dillingen sowie an der Universität München. 1946 tritt er in die Benediktinerabtei Ottobeuren ein, wo er nach Empfang der Priesterweihe als Kaplan und Stiftsarchivar bzw. -bibliothekar tätig ist.

Seine beruflichen und nebenberuflichen Tätigkeiten sind vielfältig: Pater Ägidius Kolb wird Dekan der Historischen Sektion der Benediktiner-Akademie, Mitglied der Schwäbischen Forschungsgemeinschaft, Archiv- und Heimatpfleger im Landkreis Unterallgäu sowie zeitweise Universitätsarchivar zu Salzburg.

Für die Literatur ist Pater Ägidius Kolb insofern von Bedeutung, als er das geistliche Gebet in die schwäbische Mundartdichtung eingeführt hat – im Zuge der Erlaubnis von Landessprachen in der Liturgie durch das Zweite Vatikanische Konzil. Die Texte seiner von Wilhelm Fritz vertonten Schwäbischen Singmesse (Kempten 1973) sind so gehalten, dass sie die jeweilige orts- und landschaftsgebundene Aussprache zulassen. Sein „Allgäuer Heimatlied“ lautet im Dialekt seiner engeren Oberallgäuer Heimat:

Isar Ländle mueß ba möge,
isch es doch so vollar Sege,
vollar Schöheit, vollar Pracht,
wian as hot d'r Herrgott g'macht.
   Allgäu, mit de Bearge ding
   sollscht b'r allat Huimat sing!
Vom wiiße Firscht bis naa ins Tal,
grad wo de lugescht, iiberall:
Alpe, Dörfer, Märkt und Städt
hond allat scho ebbs Liables g'hett.

All dös z'hüete ond verwahre
dürfet mir kui Plog it schpare.
Schtandet wehrle, gondt it z'ruck,
haltet z'seamet, lant it luck!

Darüber hinaus hat Kolb Studien zur Geschichte des Benediktinerordens und seiner Zweige herausgegeben und zusammen mit Leonhard Lidel ein Allgäuer Kochbuch, D'schwäbisch Kuche (Kempten 1973), verfasst.

Verfasser: Bayerische Staatsbibliothek / Dr. Peter Czoik

Sekundärliteratur:

Layer, Adolf (1977): Biera ond Zelta. Schwäbische Mundartgedichte aus zwei Jahrhunderten. Mit einem Geleitwort von Arthur Maximilian Miller (Beiträge zur Landeskunde von Schwaben, 4). Anton H. Konrad Verlag, Weißenhorn, S. 430 u.ö.


Externe Links:

Literatur von Ägidius Kolb im BVB

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