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Geb.: 24.10.1966 in Ulm
© Bader Photography

Christine Langer

Christine Langer ist Dichterin, Literaturkritikerin, Redakteurin und Literaturvermittlerin. Ihr Schaffen umfasst neben eigenen Lyrikpublikationen und Textvertonungen verschiedene Funktionen im Literaturbetrieb, darunter die Chefredaktion der Zeitschrift Konzepte, die künstlerische Leitung des Ulmer Lyriksommers sowie diverse Jury- und Kuratoriumstätigkeiten.

Werdegang

Beruflich ist Christine Langer in mehreren Feldern des Literaturbetriebs verankert. Ihre berufliche Entwicklung im redaktionellen Bereich führt sie 1999 zunächst in die Redaktion der vom Bundesverband junger Autoren und Autorinnen herausgegebenen Literaturzeitschrift Konzepte. Seit 2003 leitet sie dieses Publikationsorgan durchgehend als Chefredakteurin. Sie ist zudem als Literaturvermittlerin und als künstlerische Leiterin des Festivals Ulmer Lyriksommer tätig.

Wichtige Werke (Auswahl)

Zu den selbständigen Veröffentlichungen der Autorin zählen diverse Lyrikbände: 2000 debütiert sie mit Treppenaufgang. Lyrik und Prosa, vier Jahre später folgt der Gedichtband Studie für Fotografen. Gedichte. Eine langjährige Publikationsreihe verbindet sie mit dem Verlag Klöpfer & Meyer, in dem nacheinander die Bände Lichtrisse (2007), Findelgesichter (2010) sowie Jazz in den Wolken (2015) erscheinen. Ebendort erscheint 2018 auch der Band Körperalphabet. Gedichte. Im selben Jahr wird Langers lyrische Bilderreise zur Kunst von Johanna Staniczek u.d.T. Gespiegelte Perspektiven veröffentlicht. Das 2020 erscheinende Artbooklet Gefallene Sterne führt demgegenüber Langers Gedichte mit der Malerei des Münchner Künstlers Gerd Scheuerer zusammen. Das jüngste Werk der Autorin, Ein Vogelruf trägt Fensterlicht, erscheint 2022 in der Edition Klöpfer bei Alfred Kröner. 

Neben diesen Einzeltiteln umfasst Langers Œuvre Hörbücher und Vertonungen, wie das im Jahr 2005 erschienene Werk Bodenlos & kirschenrot mit Vertonungen von Martin Schmitt und Reinhard Köhler. Zu den orchestralen Großprojekten zählt die am 28. Oktober 2004 in der Musikschule Ulm uraufgeführte Donausuite, an der Orchester aus Linz, Bratislava, Bukarest, Ulm und Neu-Ulm mitwirken. Weitere Vertonungsarbeiten werden von Rolf Hempel mit dem Werk Fern der Provinz (2009) sowie von Tobias Wahren realisiert, der 2018 das Gedicht „Windspiel“ und am 20. Juli 2022 vier weitere Gedichte Langers – „Sehnsucht nach Engeln“, „Donnerblumen“, „Garten“ und „Sommergedicht“ – in Ulm zur Uraufführung bringt. 

Darüber hinaus hat Christine Langer in Anthologien (Der Große Conrady. Das Buch deutscher Gedichte, 2008; Der Himmel von morgen. Gedichte über Gott und die Welt, 2018), Literaturzeitschriften (DAS GEDICHT, Akzente, allmende), Jahrbüchern (der Lyrik) und Zeitungen (Gedicht „Der Abend“ in Die Zeit, 2010; FAZ) publiziert.

Stil / Rezeption

Christine Langer verfasst in erster Linie Lyrik. Ihre Gedichte werden mehrfach vertont (u.a. von Orchestern aus Linz, Bratislava, Bukarest) sowie ins Französische, Italienische, Englische und Rumänische übersetzt. Sie arbeitet häufig mit Musikern zusammen, seit 2022 auch mit dem Komponisten und Pianisten Dirk Maassen.

Zu Christine Langers Gedichten heißt es: „Wenn es Exemplarisches gibt in diesen Gedichten, dann ist es aber weniger die Kürze, sondern eine fragile Balance aus Klängen und Bildern in sorgsam durchkomponierten Wortgebilden. Es sind Texte, die eine hohe Schule des poetischen Stilllebens vorführen, von spröder, häufig gebrochener Rhythmik, aber trotzdem voller Musik.“ (Widmar Puhl, SWR2, 19.1.2011) Zu ihrem Band Körperalphabet schrieb der Schriftsteller Wulf Kirsten: „Ihr genügt ein elementar grundierter Augenblick, den sie durch leichtes, behutsames Anheben in einen Schwebezustand versetzt. Ein unscheinbarer Anlass genügt ihr, so zu komprimieren, dass durch kontrastierende Wendungen ein geschlossenes Kunstwerk en miniature entsteht. Völlig unangestrengt gelingt ihr eine eigene unverbrauchte Sprachgebung.“ Zu ihrem Gedichtband Ein Vogelruf trägt Fensterlicht schreibt Eberhard Geisler in der Frankfurter Rundschau (12.8.2022): „Sicherheit des Blicks und Konzision des Ausdrucks sind hier sehr zu bewundern“. Katharina Kohm in Signaturen: „Langers Gedichte sind entschleunigende, ästhetische Gebilde, die bewusst in jedem Wort ausgewogen gesetzt sind wie Harmonien in Partituren, sodass nicht etwa ein Singsang, wohl aber eine Sprachmelodie entsteht, die zum Sujet der Texte, vor allem des Vegetativen passt“. Der SWR2 fasst es in der Sendung „Gedichte und ihre Geschichte“ so zusammen: „Christine Langer gelingt es mit ihren Texten, ihrem Publikum eine Leichtigkeit zu vermitteln, die denjenigen, die sich mit Phantasie darauf einlassen, tatsächlich das Gefühl geben, zu schweben“.

Preise & Auszeichnungen

Christine Langers literarischer Weg wird von Ehrungen begleitet, die 1996 mit dem Förderpreis für Literatur der Stadt Ulm und 1997 mit dem Literaturpreis der Künstlergilde Esslingen für Lyrik beginnen. 2000 erhält sie ein Stipendium der Villa Vigoni in Italien, worauf im Jahr 2002/03 ein Aufenthalt in der Künstlerwohnung Soltau folgt. Ein Stipendium des Deutschen Literaturfonds ermöglicht ihr 2005 die Teilnahme am Textwerk-Lyrikseminar des Literaturhauses München. 2006 gewinnt sie sowohl den Ersten Preis der Künstlergilde Esslingen für Lyrik als auch den Förderpreis für Lyrik der Internationalen Bodenseekonferenz. Im darauffolgenden Jahr wird Langer von der Darmstädter Jury mit dem „Buch des Monats März“ ausgezeichnet, erhält die Würdigung als „Frau des Monats Juli“ durch die Kulturredaktion der Südwest Presse und erlangt ein Arbeitsstipendium des Förderkreises deutscher Schriftsteller. 2008/09 bekommt sie das Jahresstipendium des Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg zugesprochen. Das Kulturreferat Esslingen zeichnet sie 2009 zudem im Rahmen der „Stadtinszenierung Esslingen“ aus. 2020 folgt ein Stipendium der Ernst-Wilken-Stiftung.

Tätigkeiten im literarischen Betrieb

Neben ihrer redaktionellen Arbeit und der Festivalleitung engagiert sich die Autorin aktiv in verschiedenen Gremien und literarischen Institutionen. Von 2013 bis 2018 ist sie Jurorin für das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg. Im Jahr 2021 übernimmt sie eine Jurorenfunktion beim postpoetry.NRW-Wettbewerb der Gesellschaft für Literatur in NRW e.V. Darüber hinaus gründet sie den Literaturverein Dichter dran e.V., dessen Vorsitzende sie ist.

Mitgliedschaften

Die Aútorin ist Mitglied im PEN. Seit 2021 ist Christine Langer außerdem Mitglied im Kuratorium der Werner-Dürrson-Stiftung.

Verfasst von: Christine Langer / Bayerische Staatsbibliothek


Externe Links:

Literatur von Christine Langer im BVB

Website der Autorin

Christine Langer in der Wikipedia

Website Ulmer Lyriksommer

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