Info
Frequenz: unregelmäßíg
Ort: Augsburg
Verlag: Wißner-Verlag Augsburg

Schwabenspiegel

Jahrbuch für Literatur, Sprache und Spiel

Im Vorwort der ersten Ausgabe beschreibt Hans Wellmann den Schwabenspiegel als „Organ, das sich einerseits mit dem Erbe verschiedenster Persönlichkeiten auseinandersetzt und andererseits ein Spiegel des literarischen und kulturellen Lebens der Gegenwart sein soll. Kurz: ein Forum für Autoren aus der Region und ein Ort der Diskussion für die Wissenschaft.“ 

Inhalt und Aufbau

Inhaltlich beleuchtet der Schwabenspiegel auf über 400 Seiten alle Facetten literarischen Lebens in Schwaben. Thematisch lassen sich die Beiträge in vier Bereiche unterteilen: Zur Literatur findet man Prosa und Lyrik von Zeitgenossen wie Peter Dempf oder Martin Oswald, Lyrik und neue Texte von althergebrachten Schriftstellern wie Arthur Maximilian Miller, dessen Nachlass den Grundstock des Schwäbischen Literaturarchivs bildet. Aphorismen und Sinnsprüche, Literarische Rätsel und Porträts von zeitgenössischen schwäbischen Künstlern sowie Informationen zu Autorentreffen und Preisen und die Vorstellung literarischer Zirkel/Gruppen/Institutionen der Region ergänzen das Angebot.

Den wissenschaftlichen Bereich bestücken literaturgeschichtliche und -wissenschaftliche Essays von Gerd Holzheimer, Ernst T.  Mader und anderen z.B. zu Joseph Bernhart oder Paul Celan oder zur literarischen Topografie des Allgäus. Der Bereich Sprache und Dialekt wird mit Rubriken wie dem Sprachatlas oder Essays zur Sprachgeschichte abgedeckt. Zusätzlich gibt es Berichte aus dem ALS zu neuen Nachlässen oder besonderen Entdeckungen.

Schwaben als Literaturlandschaft entdeckt man mit dem literarischen Führer, der einen zu Schauplätzen bringt, wie nach Großholzleute zur Gruppe 47 oder in die Meersburg zur Droste. Außerdem bietet der Schwabenspiegel Berichte zu Theaterinszenierungen und Ausstellungen in der Region, eine Zeitschriftenschau, einen Überblick zu literarischen Veranstaltungen, eine Presseschau und in fast jeder Ausgabe einen Wettbewerb.

Geschichte

Der Schwabenspiegel wird im Jahr 2000 von Hans Wellmann (1936-2012), ehemals Professor für Deutsche Sprachwissenschaft an der Universität Augsburg und Leiter des Archivs für Literatur in Schwaben (ALS), gegründet und erscheint dann als „Jahrbuch für Literatur, Sprache und Spiel“ unregelmäßig in sieben Ausgaben bis 2007. Der Name „Schwabenspiegel“ ist von der berühmten mittelhochdeutschen Rechtssammlung aus dem 13. Jahrhundert übernommen worden. Seit 1. Januar 2013 ist Klaus Wolf, geboren 1965, Augsburger Lehrprofessor für Deutsche Literatur und Sprache des Mittelalters und der Frühen Neuzeit mit dem Schwerpunkt Bayern, Leiter des Archivs. Noch im selben Jahr erscheint ein Schwabenspiegel-Sonderband zu Schwäbischen Schriftstellerinnen. 2025 erscheint Frau Dichter*in und die Gruppe 47.

Die redaktionelle Arbeit leisten über Jahre Daniel Winiger und Iris Knöpfle, ab 2007 Rosmarie Mair.