Info
10.12.2026
19 Uhr
Monacensia im Hildebrandhaus, Maria-Theresia-Straße 23, München
Eintritt: frei

Das Theaterstück »TEUTONISTAN« im Dialog mit Zeitzeugin Berrin Önler-Sayan

Der Abend verbindet zwei Erzählstränge: Szenische Lesungen aus dem Theaterstück »TEUTONISTAN« wechseln sich mit einem Gespräch mit der Zeitzeugin Berrin Önler-Sayan ab – eine der Organisatorinnen des ersten ausländisch deutschen Frauenkongresses von 1984. So entsteht ein Dialog zwischen der künstlerisch-dokumentarischen Fiktion und historischer Erfahrung, zwischen literarischer Erzählung und politischer Realität.

»TEUTONISTAN« erzählt deutsche Geschichte aus migrantischer Perspektive – kraftvoll, wütend, poetisch. Im Zentrum steht Turgut Özben, der dem verschollenen Manuskript seiner Tante Selma Aydin nachspürt. Selma, inspiriert von realen Biografien migrantischer Frauen, wird zur Chronistin des Unsichtbaren. Ihre Erinnerungen bilden den Resonanzraum für diejenigen, die Deutschland mit aufgebaut haben und bis heute um Zugehörigkeit ringen.

Zwischen diesen Szenen gibt es Gespräche mit Berrin Önler-Sayan: Sie berichtet von den politischen Kämpfen migrantischer Frauen in den 1980er Jahren, von der Entstehung des historischen Frauenkongresses, von den Debatten über Aufenthaltsrecht, Arbeit, Gesundheit und Selbstbestimmung.

Die literarischen Szenen öffnen emotionale Räume, die historischen Erfahrungen schärfen den politischen Blick. Gemeinsam machen sie sichtbar, wie migrantische Lebensgeschichten unsere Gesellschaft geprägt haben – und warum ihre Stimmen heute unverzichtbar sind.

Konzept und Moderation: Karnik Gregorian

Karnik Gregorian ist Journalist, Autor sowie Dokumentarfilm- und Theaterregisseur. Seine Arbeiten entstehen aus intensiver Recherche und im engen Austausch mit Menschen, ihren Geschichten und Haltungen. In seiner Schreib-Residency an der Monacensia widmet er sich den Lebensgeschichten von Frauen der ersten und zweiten Generation „Gastarbeiter*innen“. Ausgehend von seiner Familienbiografie erkundet er Migration, Rassismus, Emanzipation, Krankheit, Mental Health und familiäre Trauerprozesse – und schafft einen Raum des Zuhörens, in dem Verschwiegenes durch Gespräch und Sprache wirksam werden kann.

Gefördert durch die Richard Stury Stiftung
Keine Anmeldung erforderlich