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(c) Goethe Institut / Robert Sprang
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80336 München
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Goethe Institut

Seit 1948 versucht der Publizist Franz Thierfelder (1896-1963), zusammen mit anderen ehemaligen Akademieangehörigen, die Deutsche Akademie wieder zum Leben zu erwecken, deren Generalsekretär er bis 1937 war. Da der Name wegen der NS-Zeit als zu belastet gilt, wird am 9. August 1951 ein „Goethe-Institut zur Pflege der deutschen Sprache im Ausland“ in München gegründet. Dieses führt die Tradition der gleichnamigen Abteilung der Deutschen Akademie fort.

In den Anfängen befasst sich das Goethe-Institut mit der Förderung der deutschen Sprache durch Dozenturen im In- und Ausland, die ab 1952/53 eröffnet werden, und der Ausbildung ausländischer Deutschlehrer. Bis Ende der 1950er Jahre richtet das Goethe-Institut, dabei zunehmend finanziell vom Auswärtigen Amt unterstützt, rund 20 Auslandsinstitute und zwölf Inlandsinstitute ein, das erste davon in Bad Reichenhall (Mai 1953). In Bayern entstehen weitere Institute in Murnau am Staffelsee, Kochel am See, Bad Aibling, Ebersberg, Grafing, Degerndorf am Inn, München, Prien am Chiemsee und Rothenburg ob der Tauber. Die Zentrale befindet sich in München.

Im Zuge einer vom Auswärtigen Amt ausgehenden Reform der auswärtigen Kulturpolitik der Bundesrepublik in den Jahren 1959-63 übernimmt das Goethe-Institut im Lauf der 1960er Jahre alle bundeseigenen Auslandskulturinstitute. Damit erweitert sich der Aufgabenbereich von der Sprachförderung zur Programmarbeit. Die entsprechende Umbenennung in „Goethe-Institut zur Pflege der deutschen Sprache und Kultur im Ausland“ erfolgt 1961.

Die wirtschaftlich prosperierenden 1960er und frühen 1970er Jahre stehen auch beim Goethe-Institut im Zeichen der Expansion hinsichtlich der Zahl der Institute, der Mitarbeiter und des für die Kulturarbeit zur Verfügung stehenden Budgets. In den frühen 1970er Jahren wandelt sich in der Bundesrepublik zudem die Auffassung über Sinn und Zweck auswärtiger Kulturpolitik. Ein „erweiterter Kulturbegriff“ sorgte nun für ein vielfältigeres, nicht mehr nur die deutsche Hochkultur und die Eliten der Gastländer berücksichtigendes Programm in den Instituten. Zugleich versucht man, statt eines einseitigen Kulturexports einen Dialog der Kulturen zu initiieren. Das schlägt sich erneut im Namen nieder: Die Münchner Einrichtung heißt seit 1976 „Goethe-Institut zur Pflege der deutschen Sprache im Ausland und zur Förderung der internationalen kulturellen Zusammenarbeit“.

Ein neuer Abschnitt in der Geschichte des Goethe-Instituts beginnt 1989/90. Mit dem Zusammenbruch der kommunistischen Regime in Osteuropa expandiert das Institut in diese Region, in welcher bislang die DDR die deutsche Kultur weitgehend alleine vertreten hat, und eröffnet hier 15 Institute. Im Zeichen einer allgemein angespannten Haushaltslage des Bundes, der seit den 1950er Jahren die Kulturarbeit des Goethe-Instituts zum weitaus größten Teil finanziert, ist dies nur möglich, indem Goethe-Institute in anderen Teilen der Welt geschlossen wurden, etwa in Amerika und Westeuropa. Auch im Inland wird die Zahl der Institute auf 13 verringert. In Bayern gibt es nur noch in München Sprachkurse.

Verfasser: Eckard Michels

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