Kulturzentrum Dampfsäg
Das Kulturzentrum Dampfsäg in Sontheim im Unterallgäu ist ein denkmalgeschütztes Industrieensemble, das als Veranstaltungs- und Kulturzentrum mit Konzerten, Kabarett, Kino und Lesungen betrieben wird.
Geschichte
Am Ortsrand von Sontheim im Unterallgäu liegt das Kulturzentrum Dampfsäg. Ein gepflasterter Weg schlängelt sich durch die künstlerisch gestaltete Außenanlage und führt zu einer imposanten 370 m² großen Sägehalle. Die Anfänge des Dampfschneidesägebetriebs in Sontheim liegen in den Jahren 1890/91. Schon 1918 muss die Sägehalle nach einem verheerenden Brand neu errichtet werden. Es entsteht eine beeindruckende Rundbogenhalle mit einer freitragenden Holzkonstruktion, das Herzstück der heutigen Dampfsäg. Bis 1961 hat die Leitung der Säge Friedrich Koch, der Urgroßvater des jetzigen Besitzers Yuri Bilgram, inne. Als dessen einzige Tochter Ilse mit ihrem Mann Wolfgang Schulz 1967 durch eine Schneelawine ums Leben kommt, werden die vier Kinder Ingrid, Ortrun, Bernd und Jörg zu Waisen und die Anlage geht in fremde Hände über. Nachdem 1988 der Sägebetrieb eingestellt wird, kaufen Ortrun und Klaus Bilgram 1990 den Gesamtkomplex zurück, um ein Kultur- und Veranstaltungszentrum aus der Sägehalle zu machen. Viele Skeptiker prophezeien dem Vorhaben einen sicheren Misserfolg. Doch mit viel Idealismus, persönlichem Engagement, Unterstützung durch Freunde und Helfer und einem großen finanziellen Einsatz können die Hallen renoviert werden und 1990 auf Wunsch der Besitzer unter Denkmalschutz gestellt werden. 1991 erfolgt die feierliche Eröffnung, fast genau 100 Jahre nach der Gründung des Sägebetriebs in Sontheim.
Die Dampfsäg entwickelt sich im Laufe der Zeit zu einem bedeutenden Kulturzentrum in der Region. Von Anfang an treten regional, national und international bekannte Musiker, Liedermacher, Kabarettisten, Autoren und Schauspieler auf. Dazu gehören Künstlerinnen und Künstler wie die Königlich Privilegierte Waschhausvereinigung, Allgäuer Duranand, die Liedermacher Konstantin Wecker, Werner Specht und Hubert Endhardt, Martina Eisenreich, Marianne Sägebrecht (mit Sterbeliedern fürs Leben), Werner Schmidbauer, Martin Kälberer, Vivid Curls, Sarah Straub, Dreiviertelblut, die Kabarettisten Bruno Jonas, Luise Kinseher, Maxi Schafroth, Wolfgang Krebs, Django Asül, Herr Schröder und Broadway Joe, die Gruppen Biermösl Blosn, Wellbappn, Mehlprimeln und Halbadrui, der Pantomine Il Mimo, die Chöre Choriosum Buxheim, Chor 96 und Greg is back, das Hürbener Ballorchester Krumbach, die A-Capella-Band Picobello‘s, Rudi Zapf mit verschiedenen Musikern, Irxn Band, Quadro Nuevo u.v.m.
1994 findet erstmals eine Kinovorführung statt. Der aus dem Westallgäu stammende Filmemacher Leo Hiemer zeigt seinen Film Leni und 1995 führt er seinen Kultfilm Daheim sterben die Leut‘ aus dem Jahr 1985 vor. Was die Dampfsäg Sontheim so besonders macht, versucht Leo Hiemer auch in seinem Imagefilm Vision Schwaben einzufangen.
Tätigkeitsfelder
Die Dampfsäg hat sich zu einem bedeutenden Kulturzentrum der Region entwickelt. Das Programm umfasst Konzerte verschiedenster Genres, Kabarett, Theateraufführungen und Autorenlesungen; regional, national und international bekannte Künstlerinnen und Künstler treten in der Sägehalle auf. Regelmäßige Kinovorführungen gehören zum festen Programm und im Rahmen der Mindelheimer Jazztage „Jazz isch!" kommen alljährlich international bekannte Jazzmusiker in die Dampfsäg. Vor Konzerten und Kinovorführungen wird warmes Abendessen angeboten, bei Speisen und Getränken wird von Anfang an Wert auf Wertigkeit gelegt. Die Dampfsäg-Philosophie lautet: „regional, saisonal, umweltbewusst, ressourcenschonend, dass es Ihnen schmeckt und es den Tieren und der Natur gut geht“. Daneben gibt es in Sontheim jeden Donnerstag einen Wochenmarkt. In den weiteren Hallen und auf dem Außengelände ist zusätzlich Raum für Ausstellungen, Festivals und Flohmärkte. Das Programm wird über die Website der Dampfsäg und das vierteljährlich erscheinende Dampfsägblatt veröffentlicht.
Sekundärliteratur:
Aulig, Günther (2009): Heimat bewegt. Vom Spüren zum Handeln. Engagement für Geschichte, Kultur und Landschaft (Schriftenreihe des Bayerischen Landesvereins für Heimatpflege e.V.), Kap. „Kultur unter Volldampf – Was Eigeninitiative bewirken kann. Dampfsäg Sontheim (Lkrs. Unterallgäu)“, S. 92f.
Ballauff, Hans J. (1992): Lebendige Vergangenheit „Dampfsäg z‘ Sonthoi“, 100jähriges Technikdenkmal wurde Kulturzentrum. In: Das schöne Allgäu, Heft 55, S. 27f.
Ziegler, Cornelia (2014): 111 Orte im Allgäu, die man gesehen haben muss. Emons, Köln, Kap. „Industriedenkmal Dampfsäg. Arche Noah umgedreht“, S. 208f.
Externe Links:
Das Kulturzentrum Dampfsäg in Sontheim im Unterallgäu ist ein denkmalgeschütztes Industrieensemble, das als Veranstaltungs- und Kulturzentrum mit Konzerten, Kabarett, Kino und Lesungen betrieben wird.
Geschichte
Am Ortsrand von Sontheim im Unterallgäu liegt das Kulturzentrum Dampfsäg. Ein gepflasterter Weg schlängelt sich durch die künstlerisch gestaltete Außenanlage und führt zu einer imposanten 370 m² großen Sägehalle. Die Anfänge des Dampfschneidesägebetriebs in Sontheim liegen in den Jahren 1890/91. Schon 1918 muss die Sägehalle nach einem verheerenden Brand neu errichtet werden. Es entsteht eine beeindruckende Rundbogenhalle mit einer freitragenden Holzkonstruktion, das Herzstück der heutigen Dampfsäg. Bis 1961 hat die Leitung der Säge Friedrich Koch, der Urgroßvater des jetzigen Besitzers Yuri Bilgram, inne. Als dessen einzige Tochter Ilse mit ihrem Mann Wolfgang Schulz 1967 durch eine Schneelawine ums Leben kommt, werden die vier Kinder Ingrid, Ortrun, Bernd und Jörg zu Waisen und die Anlage geht in fremde Hände über. Nachdem 1988 der Sägebetrieb eingestellt wird, kaufen Ortrun und Klaus Bilgram 1990 den Gesamtkomplex zurück, um ein Kultur- und Veranstaltungszentrum aus der Sägehalle zu machen. Viele Skeptiker prophezeien dem Vorhaben einen sicheren Misserfolg. Doch mit viel Idealismus, persönlichem Engagement, Unterstützung durch Freunde und Helfer und einem großen finanziellen Einsatz können die Hallen renoviert werden und 1990 auf Wunsch der Besitzer unter Denkmalschutz gestellt werden. 1991 erfolgt die feierliche Eröffnung, fast genau 100 Jahre nach der Gründung des Sägebetriebs in Sontheim.
Die Dampfsäg entwickelt sich im Laufe der Zeit zu einem bedeutenden Kulturzentrum in der Region. Von Anfang an treten regional, national und international bekannte Musiker, Liedermacher, Kabarettisten, Autoren und Schauspieler auf. Dazu gehören Künstlerinnen und Künstler wie die Königlich Privilegierte Waschhausvereinigung, Allgäuer Duranand, die Liedermacher Konstantin Wecker, Werner Specht und Hubert Endhardt, Martina Eisenreich, Marianne Sägebrecht (mit Sterbeliedern fürs Leben), Werner Schmidbauer, Martin Kälberer, Vivid Curls, Sarah Straub, Dreiviertelblut, die Kabarettisten Bruno Jonas, Luise Kinseher, Maxi Schafroth, Wolfgang Krebs, Django Asül, Herr Schröder und Broadway Joe, die Gruppen Biermösl Blosn, Wellbappn, Mehlprimeln und Halbadrui, der Pantomine Il Mimo, die Chöre Choriosum Buxheim, Chor 96 und Greg is back, das Hürbener Ballorchester Krumbach, die A-Capella-Band Picobello‘s, Rudi Zapf mit verschiedenen Musikern, Irxn Band, Quadro Nuevo u.v.m.
1994 findet erstmals eine Kinovorführung statt. Der aus dem Westallgäu stammende Filmemacher Leo Hiemer zeigt seinen Film Leni und 1995 führt er seinen Kultfilm Daheim sterben die Leut‘ aus dem Jahr 1985 vor. Was die Dampfsäg Sontheim so besonders macht, versucht Leo Hiemer auch in seinem Imagefilm Vision Schwaben einzufangen.
Tätigkeitsfelder
Die Dampfsäg hat sich zu einem bedeutenden Kulturzentrum der Region entwickelt. Das Programm umfasst Konzerte verschiedenster Genres, Kabarett, Theateraufführungen und Autorenlesungen; regional, national und international bekannte Künstlerinnen und Künstler treten in der Sägehalle auf. Regelmäßige Kinovorführungen gehören zum festen Programm und im Rahmen der Mindelheimer Jazztage „Jazz isch!" kommen alljährlich international bekannte Jazzmusiker in die Dampfsäg. Vor Konzerten und Kinovorführungen wird warmes Abendessen angeboten, bei Speisen und Getränken wird von Anfang an Wert auf Wertigkeit gelegt. Die Dampfsäg-Philosophie lautet: „regional, saisonal, umweltbewusst, ressourcenschonend, dass es Ihnen schmeckt und es den Tieren und der Natur gut geht“. Daneben gibt es in Sontheim jeden Donnerstag einen Wochenmarkt. In den weiteren Hallen und auf dem Außengelände ist zusätzlich Raum für Ausstellungen, Festivals und Flohmärkte. Das Programm wird über die Website der Dampfsäg und das vierteljährlich erscheinende Dampfsägblatt veröffentlicht.
Verfasst von: Digitaler Literaturatlas von Bayerisch Schwaben DigiLABS / Rosmarie Mair, M.A.Aulig, Günther (2009): Heimat bewegt. Vom Spüren zum Handeln. Engagement für Geschichte, Kultur und Landschaft (Schriftenreihe des Bayerischen Landesvereins für Heimatpflege e.V.), Kap. „Kultur unter Volldampf – Was Eigeninitiative bewirken kann. Dampfsäg Sontheim (Lkrs. Unterallgäu)“, S. 92f.
Ballauff, Hans J. (1992): Lebendige Vergangenheit „Dampfsäg z‘ Sonthoi“, 100jähriges Technikdenkmal wurde Kulturzentrum. In: Das schöne Allgäu, Heft 55, S. 27f.
Ziegler, Cornelia (2014): 111 Orte im Allgäu, die man gesehen haben muss. Emons, Köln, Kap. „Industriedenkmal Dampfsäg. Arche Noah umgedreht“, S. 208f.
