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Karolinenplatz 3
80333 München
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Amerikahaus München

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Amerikahaus im Sommer © Amerikahaus München

Das Amerikahaus in München ist die größte Institution in Deutschland, die sich der Pflege transatlantischer Beziehungen zu den USA, Kanada und Lateinamerika verschreibt. Es bietet ein vielfältiges Serviceangebot und Veranstaltungsprogramm mit Ausstellungen, Lesungen, Konzerten, Theater- und Filmvorführungen, Vorträgen und Podiumsdiskussionen – viele davon auf Englisch.

Geschichte

Im Oktober 1945 wird von der US-Militärbehörde in der Medizinischen Lesehalle am Beethovenplatz in München ein „American Reading Room“ eingerichtet. Die zunächst nur beschränkt zugängliche Bibliothek wird im Januar 1946 für die Allgemeinheit geöffnet.

Die stetig wachsende Bibliothek muss noch zweimal umziehen, bis sie im Juli 1948 in dem ehemaligen „Führerbau“ in der Arcisstraße unterkommt, in dem heute die Musikhochschule beheimatet ist. Die Münchner nennen das Informationszentrum bald „Amerikahaus“; ein Name, den die Amerikaner übernehmen. Am 13. Mai 1957 wird auf dem Gelände des zerstörten Lotzbeck-Palais am Karolinenplatz das vom Architekten Karl Fischer entworfene und vom Bayerischen Landbauamt errichtete neue Gebäude des Amerikahauses eröffnet. Der Freistaat Bayern stellt den Grund zur Verfügung und übernimmt den größten Teil der Baukosten. Auch heute noch ist das Haus nach wie vor bayerisches Eigentum.

Da Amerikahäuser in Deutschland die Demokratisierung der Deutschen anhand des Vorbilds Amerika voranbringen sollen, indem sie nicht Propaganda betreiben, sondern die Vielfalt der Kultur, Politik und Gesellschaft Amerikas differenziert darstellen, entwickelt sich das Amerikahaus schnell zu einer der wichtigsten Institutionen des Münchner Kulturlebens. Finanziert wird es zunächst von der US-Militärregierung, später von der United States Information Agency (USIA).

Im Verlaufe des beginnenden Kalten Krieges wandelt sich der Auftrag hin zur Festigung der transatlantischen Beziehungen. Neben der deutschen Begeisterung für das Amerika John F. Kennedys oder der Mondlandung stellen Krisensituationen wie der Vietnamkrieg besondere Herausforderungen an die Arbeit des Amerikahauses. In dieser Zeit wird es auch zum Ziel zahlreicher Proteste.

Im Rahmen von Sparmaßnahmen der US-Regierung wird die Arbeit der USIA im Amerikahaus im Juni 1997 eingestellt, ein Teil davon im US-Generalkonsulat fortgeführt. Die Bibliothek, die Beratungsstelle für den Jugendaustausch und das Veranstaltungsprogramm stehen vor dem Ende – und es zeigt sich, wie wichtig das Amerikahaus für München und ganz Bayern geworden ist: Eine Initiative, das Haus als bayerische Institution weiterzuführen, findet breite Unterstützung in Politik, Wirtschaft und Öffentlichkeit.

Die Freunde des Amerika Hauses e.V., aus dem später der heutige Amerikahaus Verein e.V. hervorgeht, führen die Arbeit zunächst in eingeschränktem Umfang weiter. Im Januar 1998 übernimmt das neu gegründete Bayerisch-Amerikanische Zentrum e.V. die Trägerschaft. Im Jahr 2012 gibt es erfolgreiche Proteste aus der Bevölkerung gegen die vom bayerischen Kabinett geplante Schließung des Hauses. Seit 2014 hat die Trägerschaft des Hauses die Stiftung Bayerisches Amerikahaus gGmbH – Bavarian Center for Transatlantic Relations, Gesellschaft des Freistaats Bayern, inne. Von 2016 bis 2020 wird das denkmalgeschützte Gebäude generalsaniert; die Stiftung zieht für diese Zeit in die Barer Straße 19a. Im Juni 2020 wird das renovierte Haus am Karolinenplatz 3 wiedereröffnet. Die mit neuester Technik ausgestatteten Veranstaltungsräume, darunter der neu geschaffene Karolinensaal mit Blick auf den Karolinenplatz, sowie die Ausstellungsflächen stehen der Öffentlichkeit seit Juli 2020 wieder zur Verfügung.

Tätigkeitsfelder

Das Veranstaltungsprogramm zu transatlantischen Themen reicht von Ausstellungen über Podiumsdiskussionen und Lesungen bis hin zu Filmvorführungen. Vieles findet auf Englisch oder zweisprachig (Deutsch/Englisch oder Deutsch/Spanisch) statt. Die Austausch- und Studienberatung informiert junge Leute über Austauschprogramme mit den USA und Kanada. Die Bayerische Amerika-Akademie als Netzwerk der Amerika-Wissenschaftler an bayerischen Hochschulen ist Teil der Stiftung Bayerisches Amerikahaus. Die ursprüngliche Bibliothek ist heute ein Recherchezentrum, das neben einem Präsenzbestand von Büchern zu Nordamerika u.a. kostenfrei Zugang zu nordamerikanischen Online-Datenbanken sowie Recherche-Workshops für Schüler und Lehrkräfte anbietet.