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22.06.2026, 13:00 Uhr
Redaktion
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Lyrik im Dialog (Folge 4): zerstückelt – verwoben – verdichtet

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V.l.n.r.: Dirk Uwe Hansen, Slata Roschal, Christoph Georg Rohrbach © Literaturportal Bayern

Lyrik im Dialog: Gedichte, die man unbedingt lesen und besprechen sollte! Ein Podcast für Lyrik und Lyrikkritik im Literaturportal Bayern; gefördert vom Kulturreferat der Stadt München

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Lyrik im Dialog ist ein Podcast für Lyrikkritik. Slata Roschal, Christoph Georg Rohrbach und Dirk Uwe Hansen, alle drei selbst als Lyrikschreibende, Lyrikvermittelnde und Lyrikübersetzende tätig, empfehlen in insgesamt sieben über das Jahr verteilten Folgen inspirierende Gedichtbände, die man unbedingt lesen sollte. Dabei widerlegt das Kritikerteam so manche Vorurteile (Lyrik ist weder stets gereimt noch kitschig) und macht mit seiner angeregten Diskussion und den ausgewählten Leseproben Lust auf Gedichte – auf feine und kluge Texte.

In der vierten Folge: zerstückelt – verwoben – verdichtet, die ab dem 26. Juni hier im Literaturportal verfügbar ist, geht das Kritikerduo, dieses Mal bestehend aus Slata Roschal und Dirk Uwe Hansen, so manch spannender Frage nach. Sie diskutieren über späte Debüts, den Sinn und Unsinn von Nachworten und Verrissen, Krypto-Zitate und fragen sich, wie man am besten mit Intertextualität und Fremdstimmen in Lyrik-Bänden umgeht. Ihr Anti-Verriss-Plädoyer lautet: Lasst uns auf das Gute konzentrieren!

Und das tun Roschal und Hansen dieses Mal mit der Besprechung der folgenden drei Lyrikbände: 

Theresa Klesper, Moos und Trompeten (Ginsterpress 2025). Ein bestechender Wechsel aus lauten und leisen Tönen, die in origineller Weise den Spaß am Gedichtelesen fördern. Wichtige gesellschaftliche Themen wie Care-Arbeit und Fürsorge (Roschal) werden poetisch gekonnt reflektiert. Dies sind Gedichte, mit denen man im besten Sinne „etwas anfangen kann“ (Hansen), die in „wunderbarer Weise die Wörter auseinandernehmen“.       

Marit Heuß, Verschlissenes Idyll (poetenladen Verlag 2025). Naturbeobachtungen verdichten sich in einem höchst gelungenen künstlerischen Prozess zur sprachlichen Form. Die Gedichte entfalten ihre „Sogwirkung“ (Roschal/Hansen) dadurch, dass sie in „zugänglicher und unaufdringlicher Sprache“ ihren Klang und ihre Struktur entfalten. Aufgelöste Grenzen erzeugen eine Suggestionskraft und den Wunsch, diese Gedichte immer wieder neu zu lesen.     

Dagmara Kraus, wille zur mache (Engeler Verlage 2026). Diese Dichterin traut sich was. Es handelt sich bei diesem Gedichtband um experimentelle Texte, die sich dem Mainstream entziehen. Am Anfang steht die Sprache, die explodiert und mit großer Freude aufgelesen wird. Dagmara Kraus spielt mit allem, was die Sprache zur Verfügung stellt: Kurz-, Technik- und Kunstsprachen, Mehrsprachigkeit, Sinn- und Sinnlosigkeit. Es schwirren einem die Sinne beim Lesen, das macht Spaß! Eine anspruchsvolle Kost für Lyrikfans und all diejenigen, die gerne laut lesen.   

Lyrik im Dialog setzt darüber hinaus auch auf den Dialog mit seinen Zuhörerinnen und Zuhörern. Das Team freut sich über inspirierende Titelvorschläge! Bitte als PDF an: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein..

Die vierte Folge wird dann Ende September im Literaturportal Bayern zu hören sein (genauer Termin folgt).