Info
Geb.: 17.10.1943 in München
Gest.: 30.4.2026 in München
Wirkungsorte:
München

Maria Magdalena Leonhard

Maria Magdalena Leonhard wird 1943 in München geboren und stirbt 2026 ebenda. Sie verfasst Gedichte sowie Erzählungen und historische Romane, teils zweisprachig: auf Deutsch und Italienisch. Besondere Schwerpunkte bilden die Münchner Kultur- und Lokalgeschichte – auch ihre eigene Lebensgeschichte ist darin verwoben.

Werdegang

Leonhard studiert in ihrer Heimatstadt München Archäologie und Kunstgeschichte sowie Etruskologie in Rom und Florenz. Nach ihrer Promotion lebt sie für eine längere Zeit in Italien. Sie arbeitet zwanzig Jahre lang als Dozentin für Deutsche Sprache am Goethe-Institut in München. 

Wichtige Werke (Auswahl)

In Ihrem historischen Roman Der Fall Fanny von Ickstatt: Eine Münchner Tragödie im 18. Jahrhundert aus dem Jahre 2013 rekonstruiert Leonhard auf Basis bislang unbeachteter Quellen die Umstände und den Vorgang des Suizides der 17-jährigen Adeligen Fanny von Ickstatt. Sie löst somit zugleich im Stile eines Kriminalromans den „Fall“ um die bisher unbekannt gebliebenen Todesumstände und ruft ein vergessenes Stück Münchner Stadtgeschichte zurück ins Bewusstsein. 

In Stern unter den Schönen: Ein Skandal am Münchner Hof von 2016 führt Leonhard ihre Untersuchungen um Fanny von Ickstatt fort. Die Münchner Stadt- und v.a. Familiengeschichte Ickstatts steht hierbei im Fokus. So schildert der Rom Stern unter den Schönen die Vorgeschichte zum Fall Fanny von Ickstatt, indem er sich dem Leben ihrer Mutter zuwendet und dabei die tragische Geschichte der Familie Ickstatt, den königlichen Hof in München und das Mutter-Tochter-Verhältnis in den Blick nimmt.  

Die kulturgeschichtliche Studie Bavaria Occulta: Die Wiege der Parapsychologie aus dem Jahre 2020 setzt sich mit den Münchner Wurzeln der Parapsychologie und geheimen Forschergruppe rund um den Okkultismus im Bayern des 19. Jahrhunderts auseinander. 

2026 erscheinen posthum der Gedichtband Fliegen um zu stürzen, Kurzgeschichten unter dem Titel Der Aufbruch sowie der Roman Das Werk der linken Hand. In diesem Roman erbt ein junger Mann das Haus seiner Mutter und zieht nach Italien; eine junge Frau verliebt sich derweil unsterblich in einen Bischof. Es entsteht eine Dreiecksbeziehung, die Konflikte mit sich bringt. Immer wieder tauchen protomythische Gestalten auf, geradezu komische Figuren, die die kleine Stadt, in der jeder jeden kennt, beherbergt. Auch der Tod hält dort wieder Einzug. 

In ihren gesammelten Kurzgeschichten tauchen einige von Leonhards Romanfiguren wieder auf und erleben nicht minder surreale Geschehnisse um lebendig gewordene Büsten, brennende Kirchen und einen unbekannten Bruder, der in einem großen Haus in der französischen Picardi lebt. 

Preise & Auszeichnungen 

Im Jahr 1990 erhält Leonhard den Münchner Förderpreis Literatur für ihren zweisprachigen, deutsch-italienischen Lyrikband Poesie 1962-1982 (1985). 1999 widmet ihr die Zeitschrift Literatur in Bayern ein Sonderheft für ihre Lyrik und Prosa (Nr. 65a, 1999). 

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