Info
Geb.: 6. 7.1949 in Pfaffenhofen a.d.Ilm
© privat
Wirkungsorte:
Immenstadt

Gerhard Dick

Gerhard Dick wird 1949 in Pfaffenhofen an der Ilm geboren. Von 1959 bis 1969 besucht er das Karlsgymnasium Bad Reichenhall und studiert anschließend Germanistik, Anglistik und Romanistik an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg. In dieser Zeit entstehen im Rahmen eines Seminars über zeitgenössische Dialektliteratur seine ersten Mundartgedichte. Das eigene Schreiben gerät beim fortwährenden Blick auf literarische Größen und angesichts der politisch aufgeladenen Stimmung (Vietnamkrieg, Atomkraftwerk Wyhl) aber schnell wieder in den Hintergrund. Nach Aufenthalten in England, u.a. als assistant teacher in Cornwall, und dem Referendariat am Theresiengymnasium in München unterrichtet er Deutsch und Englisch; von 1978 bis zu seiner Pensionierung im Jahr 2015 ist er am Gymnasium Immenstadt tätig. Gerhard Dick schreibt dort Theaterstücke in deutscher und englischer Sprache und führt diese – neben Werken anderer Autoren – mit seinen Schülern auf. 2009 ist es das Stück Herbstzeit-Rosen, das sich mit dem Amoklauf von Winnenden auseinandersetzt und im Literaturhaus Immenstadt gezeigt wird. Über 10 Jahre arbeitet er zudem als Schulbuchautor für den Ernst-Klett Verlag in Stuttgart. Wann immer ihm Zeit neben Beruf und Familie (verheiratet, zwei Kinder) bleibt, ist Gerhard Dick auch schriftstellerisch tätig. Die Lyrik verfasst er oft in seiner oberbairischen Heimatmundart, die Prosatexte in Standarddeutsch. Er liest regelmäßig bei literarischen Veranstaltungen im süddeutschen Raum und Vorarlberg.

2008 erscheint Die Nudistenwallfahrt, ein ironisch-wehmütiger Roman über die Liebe in den Zeiten des Kalten Krieges. Ein langer Weg führt die Hauptfigur aus einer religiös-idyllischen, durchaus nicht unversehrten Jugend in die studentischen Wirren der 1960er-Jahre und weiter nach England. Im Jahr von Tschernobyl nehmen die Protagonisten schließlich zusammen mit dem Erzähler an einer in franziskanischer Nacktheit durchgeführten Wallfahrt nach Maria Beinberg teil. Der Autor verarbeitet in diesem Roman auch den Tod seines Vaters, der 1986 von tschechoslowakischen Grenzschützern erschossen wurde, nachdem diese ihn mit einem polnischen Flüchtling verwechselt hatten.

In den Jahren 2009 bis 2020 entstehen Dicks Kurzgeschichten und Erzählungen „Brosis-Elleg“, „Pastorale“, „Vom Lauf der Dinge“, „Monbazillac“, „Leihmutterpark“, „Savigny“, „Elleraz-gund“ und „We are We“, die alle in den Anthologien des Schwäbischen Literaturpreises, des Würth-Preises und des Harder Literaturpreises erscheinen. 2011 erhält „Monbazillac“, worin es nicht nur um die besondere Beziehung der Hauptfigur zu der französischen Weinsorte geht, den 2. Preis beim Würth-Literaturpreis der Poetik-Dozentur der Universität Tübingen. Ebenfalls 2011 wird „Vom Lauf der Dinge“, eine Geschichte über unterschiedliche Wahrnehmungsweisen im Alltag eines fiktiven Allgäuer Dorfes, mit dem 2. Preis beim Literaturpreis des Bezirks Schwaben prämiert.

Derzeit arbeitet Gerhard Dick an mehreren literarischen Projekten.

Verfasser: Digitaler Literaturatlas von Bayerisch Schwaben DigiLABS / Rosmarie Mair, M.A.


Externe Links:

Literatur von Gerhard Dick im BVB