Info
Geb.: 29. 2.1984 in München
Benedict Wells im November 2011 (Foto: Martin Brenner)

Benedict Wells

Benedict Wells wird 1984 in München geboren und beginnt schon im Alter von sieben Jahren erste Geschichten über Katzen und wilde Verfolgungsjagden in Anlehnung an die Serie Das A-Team zu schreiben. Nachdem seine Reise durch drei bayerische Internate 2003 mit dem Abitur endet, beschließt Wells, nach Berlin zu ziehen. Dort entscheidet er sich bewusst gegen ein Studium, um sich ganz dem Schreiben widmen zu können und hält sich dabei mit diversen Nebenjobs über Wasser.

Nach fünf Jahren der Unsicherheit wird Wells‘ Traum vom Autorsein schließlich Realität: Der Diogenes-Verlag nimmt ihn unter Vertrag. Sein Debütroman Becks letzter Sommer (2008) handelt von Robert Beck, einem unzufriedenen Enddreißiger, der nach einer gescheiterten Musikerlaufbahn Lehrer geworden ist. Als er in einem seiner Schüler ein enormes musikalisches Potential entdeckt, entschließt er sich, diesen zu fördern und ihm eine Karriere aufzubauen. Diese Ausgangssituation mündet in einen chaotischen Roadtrip von München quer durch Osteuropa bis nach Istanbul.  Das Werk wird ein Jahr später mit dem Bayerischen Kunstförderpreis in der Sparte Literatur belohnt und von Kritikern gut aufgenommen. So schreibt beispielsweise Volker Hage: „Ganz erstaunlich […], mit welchem Geschick Wells Spannungen auf- und Überraschungen einzubauen versteht.“ Mit Christian Ulmen in der Hauptrolle kommt Becks letzter Sommer 2015 auf die deutschen Kinoleinwände.

2009 erscheint der Roman Spinner, in dem der 20-jährige Jesper Lier eine turbulente Woche in Berlin erlebt. Es handelt sich dabei um Wells' erstes Werk, das Buch wird jedoch erst nach dem Erfolg von Becks letzter Sommer veröffentlicht. 2011 folgt Fast genial. Der Roman hält sich monatelang in den Bestsellerlisten und erzählt die Geschichte eines mittellosen Jungen, der sich auf der Suche nach seinem vermeintlich genialen Vater auf eine Reise quer durch die USA begibt.

Sein bisher erfolgreichster und wohl emotionalster Roman Vom Ende der Einsamkeit (2016) handelt von drei Geschwistern, die durch einen Unfall im Kindesalter ihre Eltern verlieren und die der Leser jahrelang durch deren Leben voller Höhen und Tiefen begleiten darf. Noch im selben Jahr wird Wells mit dem Literaturpreis der Europäischen Union ausgezeichnet.

Nachdem er einige Jahre in Barcelona verbracht hat, lebt Benedict Wells nun wieder in Berlin.

Verfasser: Marina Babl / Bayerische Staatsbibliothek

Sekundärliteratur:

Hage, Volker (2010): Letzte Tänze, erste Schritte. Deutsche Literatur der Gegenwart. btb Verlag, München.

Werner, Florian (Hg.) (2014): Wenn ich groß bin, werd ich Dichter. Frühe Texte bekannter Autoren. Arche Literaturverlag, Zürich-Hamburg.


Externe Links:

Literatur von Benedict Wells im BVB

Video zu Vom Ende der Einsamkeit im ZDF heute Journal

 

Kommentar schreiben