Info
Geb.: 25. 4.1828 in Erfurt
Gest.: 9. 5.1902 in Torbole, Italien
Julius Grosse, 1896
Namensvarianten: Julius Waldemar Grosse; Otfried von der Ilm (Pseud.)

Julius Grosse

Julius (Waldemar) Grosse, Sohn eines Militärgeistlichen, bricht die Schule ab, lässt sich zum Feldmesser ausbilden, holt sein Abitur nach und studiert ab 1849 Rechtswissenschaften in Halle an der Saale. Erste literarische Arbeiten, darunter das an William Shakespeares (1564-1616) Königsdramen orientierte Trauerspiel Cola di Rienzi (1851), und finanzielle Unabhängigkeit führen dazu, dass er nach fünf Semestern sein Jurastudium aufgibt und 1852 nach München zieht, um an der dortigen Akademie seiner ursprünglichen Neigung gemäß ein Kunststudium aufzunehmen. Schließlich wechselt er gänzlich zur Literatur.

Enge Kontakte mit Paul Heyse und Emanuel Geibel befördern nicht nur sein epigonales Poesie-Verhältnis, das sich am Kunstland Italien ausrichtet, sondern lassen ihn den „Krokodilen“ beitreten (Vereinsname: ‚Ichneumon‘), dessen Protokoll- und Rechnungsführer er auch wird. Seit 1855 ist Grosse zudem Redakteur und Kunstkritiker bei verschiedenen Zeitungen (u.a. der Neuen Münchener Zeitung und der Bayerischen Zeitung), seit 1869 wirkt er als Generalsekretär der Deutschen Schillerstiftung in Dresden und Weimar. 1885 bezieht er wieder festen Wohnsitz in München, wird als großherzoglicher Hofrat geehrt und verstirbt 1902 am Gardasee.

Zu seinem literarischen Schaffen zählen vor allem Gedichte, Dramen, Erzählungen, Romane; historische, psychologische und kriminalistische Stoffe dominieren. Am erfolgreichsten ist Grosse in seinen Versepen, Novellen und Zeitromanen, z.B. Der Wasunger Not. Ein tragikomisches Heldenlied (1872), Offene Wunden. Novellen (1873), Der getreue Eckart. Roman (2 Bde., 1885). Für die Geschichte der „Krokodile“ ist vor allem seine Autobiografie Ursachen und Wirkungen (1896) bedeutsam, weil sie Aufschluss über die wichtigen Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens seiner Zeit gibt.

Verfasser: Bayerische Staatsbibliothek / Dr. Peter Czoik

Sekundärliteratur:

Mahr, Johannes (1987) (Hg.): Die Krokodile. Ein Münchner Dichterkreis. Texte und Dokumente mit 29 Abbildungen. Reclam, Stuttgart.

Martini, Fritz: Grosse, Julius. In: Neue Deutsche Biographie 7 (1966), S. 149f. URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd118718983.html#ndbcontent, (19.11.2018).


Externe Links:

Literatur von Julius Grosse im BVB

Literatur über Julius Grosse im BVB

Nachlass von Julius Grosse in bavarikon

Werke bei gutenberg.spiegel.de

Julius Grosse in der Wikipedia

Kommentar schreiben