Info
Geb.: 11. 5.1852 in Ansbach
Gest.: 13.11.1935 in Traunstein
Anna Mayer-Bergwald an ihrem 75. Geburtstag, Fotografie von Max Hauch, Prien (Bayerische Staatsbibliothek/Handschriftenabteilung)
Namensvarianten: eigentl. Anna Mayer, auch Meyer

Anna Mayer-Bergwald

Anna Mayer alias Anna Mayer-Bergwald wird 1852 als Tochter des damaligen Stiftungsadministrators Heinrich Mayer in Ansbach geboren. Ihr Vater spricht 1871 im Schlosstheater ein Großgedicht mit Prologcharakter zur deutschen Reichsgründung und erweist sich damit schon früh als literarischer Mentor. In Ansbach absolviert Anna Mayer eine Ausbildung am Institut für Höhere Töchter, bevor sie 1884 nach München zieht. Von München aus unternimmt sie alljährlich Reisen in die Berge, wobei ihre Eindrücke der Gebirgswelt sich zu Alpenmärchen, Skizzen, Lebensbildern und Dorfgeschichten gestalten.

Nach verschiedenen jugendlichen Versuchen kommt es 1890 zum endgültigen Beginn ihrer Autorschaft. Mayer veröffentlicht über ein Dutzend Bücher und Broschüren und arbeitet für diverse Zeitungen und Zeitschriften aus dem gesamten Reichsgebiet, darunter die Schlesische Zeitung, die Hamburger Nachrichten, die Salzburger Fremden-Zeitung sowie viele regionale Blätter. Ihre breit gestreuten Fähigkeiten lassen sie dabei die verschiedenartigsten Rollen einnehmen: Mayer betätigt sich als Erzählerin, Lyrikerin, Jugendschriftstellerin, Journalistin, Publizistin, Reiseberichterstatterin, Verfasserin von Festreden und Prologen, künstlerische Gestalterin ihrer eigenen Bücher; daneben ist sie Malerin, Fotografin, Komponistin, Dozentin mit Lichtbildervorträgen, Natur- und Umweltschützerin, Alpinistin, Förderin der Bayerischen Volkskultur und eines landschaftsschonenden Fremdenverkehrs.

In dem Aufsatz „Zum 10. Todestag Karl Stielers“ gedenkt sie 1895 ihres Lieblingsdichters; im selben Jahr ist sie Komitee-Dame des großen Bayerischen Volkstrachtenfests in München. Auf Bitten des Volkstrachtenvereins Werdenfelser Heimat (Partenkirchen) unterstützt Anna Mayer schließlich die Enthüllung eines Denkmals für König Ludwig II. Darüber hinaus unterhält sie freundschaftliche Beziehungen zum deutschen Kaiserhaus. Ab 1900 baut sie die Beziehungen zu Künstlern der Oberammergauer Gegend kräftig aus und begleitet die Passionsspiele durch ihre Aufsätze. 1911 nimmt Mayer ihren Wohnsitz auf der Insel Frauenchiemsee in der Villa Bergwald. Es entwickelt sich dort ein kleiner künstlerischer Zirkel, der sich regelmäßig zu Konzerten und literarischen Veranstaltungen trifft. Unter seinen Besuchern zählt auch der Volksschriftsteller Maximilian Schmidt, genannt Waldschmidt.

Durch ihre erfolgreiche Mitarbeit beim „Schutzverband zur Rettung des Chiemsees“ verhindert Anna Mayer die industrielle Ausbeutung des gesamten Seebereichs. Ihr Mahngedicht „Rettet den Chiemsee!“ wird weltweit in über 100000 Exemplaren gedruckt. 1922 verleiht die Gemeinde Chiemsee der viel geachteten Schriftstellerin das Ehrenbürgerrecht.

Verfasser: Bayerische Staatsbibliothek / Dr. Peter Czoik

Sekundärliteratur:

Pedarnig, Dietlind; Ziegler, Edda (Hg.) (2013): Bayerische Schriftstellerinnen. Ein Lesebuch. Allitera Verlag, München, S. 59-67.

Ziegler, Hans (2008): Anna Mayer-Bergwalds Werk - eine Fundgrube des Ländlichen. In: Jakob, Reinhard (Hg.): Frauen schreiben: G'schichten vom Land. Schriftstellerinnen und das ländliche Milieu [Ausstellung im Bauernhofmuseum Jexhof, 12. Juni bis 31. Oktober 2008] (Jexhof-Heft, 24). Bauernhofmuseum Jexhof, Fürstenfeldbruck, S. 132-137.


Externe Links:

Literatur von Anna Mayer-Bergwald im BVB

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