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Geb.: 21. 2.1945 in Memmingen
Gest.: 17.4.2006 in Augsburg

Wolfgang Kunz

Wolfgang Kunz wird 1945 in Memmingen geboren. Er studiert Theaterwissenschaften, Germanistik und Kunstgeschichte in München, wird Anfang der 70er-Jahre Chefdramaturg in Bern, wo er 1975 den Kunstförderpreis erhält. Während dieser Zeit veröffentlicht er seinen ersten Gedichtband Einschreiben. Danach arbeitet er als geschäftsführender Dramaturg der Stadtischen Bühnen Augsburg (bis 1989) und zuletzt als Literaturbeauftragter der Stadt Augsburg. Seit 1992 ist er freiberuflich tätig. 

Mit seiner 1993 erscheinenden Anthologie Morgen Augsburg setzt Wolfgang Kunz der Stadt ein literarisches Denkmal, „eine Liebeserklärung“, wie es im Vorwort heißt: Von Michel de Montaigne bis Thomas Mann sind hier die größten Autoren versammelt, die über Augsburg geschrieben haben. Kunz' eigene Gedichte „Augsburg“ und „Die Heimholung des armen B. B.“, ein Gedicht über Bertolt Brecht, sind in dem Band Keine laute Provinz (1996) wiederabgedruckt.

Sein letztes künstlerisches Unternehmen wird die öffentliche szenische Aufführung der „Reichstage“ vor der St. Ulrichs-Kirche im Sommer 1997. Ein Band mit Haikus, die unter dem Titel Seelandschaften erscheinen, ist Wolfgang Kunz' letzte Veröffentlichung.

In seinem Nachlass, der im Stadtarchiv Pappenheim zusammen mit der umfangreichen Bibliothek von Kunz liegt, befinden sich u.a. Gedichte, Theaterstücke, Tagebücher, Briefe sowie ein unvollendetes Märchen für Kinder.

Über den Autor schreibt der Lyriker Tom Schulz in der Augsburger Allgemeinen vom 20. Februar 2010: „Wolfgang Kunz steht symptomatisch für eine Nachkriegsgeneration, die, traumatisiert von zwei deutschen Weltkriegen, die Sehnsucht nach dem Schönen in der Kunst angetrieben hat. Sein im Umfang bescheidenes publiziertes Werk und die Tatsache, dass es ihm nicht gelungen ist, sich im literarischen Betrieb zu behaupten, widersprechen nicht dem künstlerischen Werdegang eines Mannes, der letztlich ein Außenseiter bleiben musste.“

Verfasser: Bayerische Staatsbibliothek / Dr. Peter Czoik

Sekundärliteratur:

http://www.augsburgwiki.de/index.php/AugsburgWiki/KunzWolfgang, (12.09.2012).

Fassl, Peter; Herrmann, Berndt (Hg.) (1996): Keine laute Provinz. Zeitgenössische Lyriker und Erzähler aus dem Schwäbischen. Konrad Verlag, Weißenhorn.


Externe Links:

Sammlung/Biographie Wolfgang Kunz im Stadtarchiv Pappenheim

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