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Geb.: 17. 5.1936 in München
Gest.: 1. 3.2007 in Kirchheim bei München

Werner Schlierf

Die Schriftstellerbiographie Werner Schlierfs, der am 17. Mai 1936 in München geboren wird, ist ein Beispiel dafür, dass literarisches Schreiben als Nebenerwerb und Liebhaberei nicht anspruchslos sein muss. 1959 wird Schlierf der jüngste Augenoptikermeister Bayerns und macht sich 1960 in München-Giesing selbständig. Von 1961 bis 1962 besucht er die Meisterschule für Maler und Vergolder, an der Ludwig-Maximilians-Universität hört er Vorlesungen in Philosophie, Theaterwissenschaft und griechischer Mythologie. Anschließend studiert er in Berlin Optometrie und erwirbt 1969 ein Diplom als „Contactlinsenspezialist“. Neben seiner beruflichen Tätigkeit schreibt er, vor allem nachts, ab 1960 Gedichte, Geschichten, Romane und Theaterstücke, die sich vor allem mit der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg beschäftigen.

Im Jahre 1960 tritt Werner Schlierf im Kabarett Katakombe das erste Mal auf der Bühne auf, kann 1961 Beiträge im Rundfunk unterbringen und veröffentlicht 1963 seinen ersten Gedichtband im Selbstverlag. Werner Schlierf nennt sich selbst „Vorstadt-Poet“ und „Chronist einer schadhaften Zeit“, so wie im Untertitel seines Buches Kiesgruben-Krattler. 1969 verfasst er sein erstes Drama Rachmann, das im Off-Off-Theater von Kelle Riedl uraufgeführt wird. Seine Theaterstücke werden in München und Bayern viel gespielt, vor allem von Laientheatern, wie der 1970 uraufgeführte und immer noch beliebte Haberfeldtreiber. Manch ein Stück schafft es in der Übersetzung auch bis nach New York, so Joe und Marianne, das am Off-Broadway gezeigt wird. Viele seiner Stücke werden für den Hörfunk und das Fernsehen adaptiert. Mit Franz Seitz schreibt er das Drehbuch zum Film Big Mäc mit Thomas Gottschalk in der Hauptrolle. In den 1970er-Jahren beginnt er für die Münchner Palette zu schreiben und behält bis ins Jahr 2000 eine regelmäßige Kolumne in dieser Zeitschrift.

1980 gibt er seinen Beruf als Optiker auf, um sich ganz dem Schreiben zu widmen. Den 1983 erschienenen Roman Mein Name steht im Sand  (2002 u.d.T. Mein steiler Zahn in Himbeerrot. Münchner Roman der 50er Jahre) hält er selbst für seinen wichtigsten, für ihn erhält er im selben Jahr den Bayerischen Romanpreis. Schlierf ist in München als Schriftsteller gut vernetzt, er wird auf Einladung von Florian Seidl Mitglied des Künstlerkreises Seerose, des Verbandes deutscher Schriftsteller, des internationalen P.E.N. und der Münchner Turmschreiber. Letztere ehren ihn 1986 mit dem Bayerischen Poetentaler.

1990 schreibt Werner Schlierf die Vorlage für die Platzl-Revue Münchner Bilderbogen, die unter der Regie von Bernd Helfrich große Erfolge feiert. Zu seinem 60. Geburtstag kommt 1996 der Roman Jenseits von Giesing heraus, das Münchner Literaturtelefon gibt Auszüge aus Mein Name steht im Sand wieder.

2006 erhält Schlierf den Friedl-Brehm-Preis. Er stirbt im Alter von 70 Jahren in Kirchheim bei München.

Verfasser: Monacensia Literaturarchiv und Bibliothek

Sekundärliteratur:

Asam, Werner (2004): Werner Schlierf (*17.5.1936). Dramatischer Chronist einer schadhaften Zeit. In: Schweiggert, Alfons; Macher, Hannes S. (Hg.): Autoren und Autorinnen in Bayern. 20. Jahrhundert. Bayerland Verlag, Dachau, S. 305f.


Externe Links:

Literatur von Werner Schlierf im BVB

Literatur über Werner Schlierf im BVB

Stücke von Werner Schlierf beim MundArt Verlag

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