Info
Geburtsjahr: 1540
Geburtsdatum unbekannt
Todesjahr: 1620
Kloster Ursberg, Bibliothek, Fresko von Konrad Huber (1796): Reich der Wissenschaften (Ausschnitt)

Hieronymus Spengler

Die erste Niederlassung des Prämonstratenserordens in Süddeutschland Kloster Ursberg in der Diözese Augsburg zeichnet sich durch eine wohlsortierte kleine Bibliothek mit geschmackvoll eingerichtetem Prunksaal aus. Das Deckenfresko von Konrad Huber (1796) veranschaulicht die Wertschätzung der Wissenschaften und des Buches. Einer der Konventualen ist P. Hieronymus Spengler.

Von seinen Lebensdaten ist kaum etwas bekannt. Spengler ist Professor und Lehrer an der Ursberger Klosterschule. Er ist nicht zu verwechseln mit seinem Namensnachfolger, dem Buchbindereivorstand von 1625, und auch nicht mit dem gleichnamigen zeitgenössischen Konstanzer Glasmaler (1589-1635).

Von P. Hieronymus Spengler sind vier Titel überliefert, deren Manuskripte alle verschollen sind:

- die Vita Conradi de Lichtenau Praepositi Urspergensis una cum vindiciis chronicis eiusdem, worin Spengler die Zuerkennung des Chronicon Urspergense an Propst Conrad als Verfasser verteidigt;

- eine Kompilation hervorragender Denkmäler der Ursberger Klosterkirche;

- eine Schrift Über die Heilquellen Ursbergs;

- sowie eine Vita des aus Weißenhorn stammenden P. Urban Preg (gest. 1610), die auszugsweise in Ephemerides hagiologicae des Roggenburger Abtes Georg Lienhart (1717-1783) publiziert ist: Vita venerabilis Urbani Pregii, Prioris Urspergensis.

Verfasser: Bayerische Staatsbibliothek / Dr. Peter Czoik

Sekundärliteratur:

Lohmüller, Alfred (1976): Die Bibliothek des Prämonstratenser-Reichsstiftes Ursberg, 1125 bis 1803. In: Jahrbuch des Vereins für Augsburger Bistumsgeschichte e.V., 10. Jg., S. 281-301, hier 294.

Pörnbacher, Karl (2002): Schwäbische Literaturgeschichte. Tausend Jahre Literatur aus Bayerisch Schwaben. Anton H. Konrad Verlag, Weißenhorn, S. 190.


Kommentar schreiben