Info
Geburtsjahr: 1986
in Bad Buchau
© Ben Knabe

Christian Mitzenmacher

Christian Mitzenmacher, geboren 1986 in Bad Buchau in Oberschwaben, ist ein deutscher Schriftsteller und Mathematiker. Sein Debüt Knallkrebse (2025) fragt danach, wie sich die „Wir schaffen das“-Ära erzählerisch umsetzen lässt und verhandelt vor der Kulisse Münchens die Themen Flucht und Umgang mit Geflüchteten.

Werdegang

Christian Mitzenmacher wächst in Bad Buchau am Federsee in Oberschwaben auf. Er studiert Mathematik an der Technischen Universität München und an der Universitat de Barcelona. Anschließend forscht er im Bereich Operations Research an der TU und dem Massachusetts Institute of Technology. 2017 folgt seine Promotion. Der Autor lebt mit seiner Frau und seiner Tochter in Berlin.

Wichtige Werke (Auswahl)

Mitzenmachers Debüt Knallkrebse (2025) wird 2025 bei der Frankfurter Verlagsanstalt veröffentlicht und spielt genau zehn Jahre vor Erscheinen, zu jener Zeit, als Angela Merkels berühmter Ausspruch „Wir schaffen das“ das gesellschaftliche Klima Deutschlands prägt und ins politische Gedächtnis des Landes eingeht. Der Roman handelt von der Freundschaft zwischen dem Physikdoktoranden Tom und dem sechzehnjährigen Farid, der nach seiner Flucht aus Quetta in München landet und für den der Erzähler eine Patenschaft übernimmt.

Stil / Rezeption

Erzählt wird Knallkrebse aus der Perspektive des Millennials Tom, der mit seiner Promotion hadert und an „einer generationstypischen akademischen Deformation“ (Julia Schröder, Deutschlandfunk) leidet. Der Roman beleuchtet die gesellschaftlichen Themen Flucht und den Umgang mit Geflüchteten und fragt zugleich danach, wie und aus welcher Perspektive überhaupt davon erzählt werden kann und welche Rolle die Motive und Privilegien des Ich-Erzählers spielen: „Wer war ich, dass ich glaubte, dass es Farid guttäte, Zeit mit mir zu verbringen? Was befähigte mich, ein Pate zu sein? War ich nicht nur ein feststeckender Physikdoktorand auf der Suche nach etwas Sinn?“

Das alles vor der Kulisse der Stadt München, in der, so der Erzähler, „Leben vor allem die erste Hälfte von Lebenslauf“ ist. So ist München als Schauplatz so unabkömmlich wie präsent: Die Protagonisten bewegen sich zwischen Königsplatz, Altem Botanischen und Englischem Garten; fast schlagwortartig geht es um das P1, Augustiner Bier und Butterbrezn.

Sprachlich wird Mitzenmacher immer wieder in die Nähe von Benedict Wells verortet (Deutschlandfunk, Berliner Zeitung). Rezensionen betonen die gelungenen Dialoge und die „Leichtigkeit“ (Süddeutsche Zeitung, Berliner Zeitung, MDR Kultur), die den Ton des Autors kennzeichne. Vor allem aber wird immer wieder auf das politische Potenzial des Romans verwiesen, den Antje Weber in der Süddeutschen Zeitung als „wichtiges literarisches Zeugnis der ‚Wir schaffen das‘-Aufbruchsära“ bezeichnet: Sabine Zaplin (Bayerischer Rundfunk) empfiehlt das Buch als Schullektüre und Nils Kahlefendt (Börsenblatt) möchte es gar „schleunigst Markus Söder auf den Nachttisch legen“.

Preise & Auszeichnungen

Christian Mitzenmacher ist 2014 Stipendiat der Bayerischen Akademie des Schreibens. 2016 ist er mit der Kurzgeschichte Chiquitita Finalist beim 24. open mike. 2019 nimmt er als Stipendiat an der Autor:innenwerkstatt Prosa des Literarischen Colloquiums Berlin teil.

Mitgliedschaften

Er ist Mitglied beim PEN Berlin.

Verfasst von: Bayerische Staatsbibliothek / Sophia Lindsey


Externe Links:

Literatur von Christian Mitzenmacher im BVB

Website des Autors

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