Karl Jakob Hirsch
Der aus einer jüdischen Familie stammende Künstler und Schriftsteller Karl Jakob Hirsch, der auch unter den Pseudonymen Joe Gassner und Karl Böttner veröffentlicht, wird am 13. November 1892 in Hannover geboren. Er stirbt am 8. Juli 1952 in München, wo auch sein größtenteils unveröffentlichter Nachlass an der LMU verwaltet wird. Trotz früher literarischer Erfolge ist der Autor heute größtenteils in Vergessenheit geraten.
Werdegang
Karl Jakob Hirsch erhält von Kind auf eine künstlerische Ausbildung. Nach Aufenthalten in München und Hannover zieht er während des ersten Weltkriegs nach Berlin, wo er sich mit Unterbrechungen bis 1934 aufhält. Er widmet sich ab 1925, neben seiner Arbeit als Maler, Grafiker und Bühnenbildner, außerdem der Literatur und dem Journalismus. 1931 erscheint sein Debütroman Kaiserwetter. 1934 emigriert Hirsch zunächst nach Dänemark und in die Schweiz und siedelt schließlich nach Amerika über. Dort schreibt er unter dem Pseudonym Joe Gassner für die deutschsprachige Neue Volkszeitung. 1945 kehrt er als Angestellter des Civil Service nach Deutschland zurück. Es gelingt ihm nicht mehr an seine früheren schriftstellerischen Erfolge anzuknüpfen.
Wichtige Werke (Auswahl)
Karl Jakob Hirschs Debütroman Kaiserwetter, der 1931 im S. Fischer Verlag erscheint, markiert seinen Durchbruch als Schriftsteller. Der Gesellschaftsroman ist in einem Provinzdorf in den letzten Jahrzehnten des Kaiserreichs angesiedelt und behandelt die vorherrschende Atmosphäre dieser Zeit. Die Fortsetzung des Romans findet nach Machtergreifung der Nationalsozialisten keinen Verleger mehr. Das Manuskript ist heute verloren gegangen. 1946 veröffentlicht Hirsch die Autobiografie Heimkehr zu Gott, in der er seine Konversion zum Protestantismus reflektiert. Posthum erscheint eine weitere Autobiografie Quintessenz meines Lebens.
Stil / Rezeption
2024 erscheint im Allitera Verlag in der Reihe „bavaria – Münchner Schriften zur Buch- und Literaturgeschichte“ der Begleitband zur gleichnamigen Ausstellung Karl Jakob Hirsch. Ein Exilant im Nachkriegsdeutschland. Die Ausstellung der Universitätsbibliothek der LMU „konzentrierte sich auf die Spannung zwischen Exil und Nachexilzeit in Leben und Werk Hirschs und fragte danach, warum eine Reintegration in das literarische Leben in Deutschland nach 1945 scheiterte.“
Heute ist Karl Jakob Hirsch größtenteils in Vergessenheit geraten. Woran genau das liegt und weshalb Hirsch die Reintegration zu Lebzeiten nicht gelingt, kann auch Anna Steinbauer in der SZ nicht aufklären: „Niemand interessierte sich hier für den deutschsprachigen Autor Hirsch, den [Gabriele von] Bassermann als „erstaunlich modern“ hinsichtlich seines Umgangs mit Geschlechterbeziehungen findet. Unter dem Pseudonym Joe Gassner veröffentlichte er einige journalistische Texte, darunter auch für die Süddeutsche Zeitung, in denen er vor allem über seine amerikanische Erfahrung schrieb. Wieder stand er zwischen den Kulturen. „Vielleicht wurde er vergessen, weil das Publikum auch ein bisschen Verortung braucht“, mutmaßt [Waldemar] Fromm.“
Der aus einer jüdischen Familie stammende Künstler und Schriftsteller Karl Jakob Hirsch, der auch unter den Pseudonymen Joe Gassner und Karl Böttner veröffentlicht, wird am 13. November 1892 in Hannover geboren. Er stirbt am 8. Juli 1952 in München, wo auch sein größtenteils unveröffentlichter Nachlass an der LMU verwaltet wird. Trotz früher literarischer Erfolge ist der Autor heute größtenteils in Vergessenheit geraten.
Werdegang
Karl Jakob Hirsch erhält von Kind auf eine künstlerische Ausbildung. Nach Aufenthalten in München und Hannover zieht er während des ersten Weltkriegs nach Berlin, wo er sich mit Unterbrechungen bis 1934 aufhält. Er widmet sich ab 1925, neben seiner Arbeit als Maler, Grafiker und Bühnenbildner, außerdem der Literatur und dem Journalismus. 1931 erscheint sein Debütroman Kaiserwetter. 1934 emigriert Hirsch zunächst nach Dänemark und in die Schweiz und siedelt schließlich nach Amerika über. Dort schreibt er unter dem Pseudonym Joe Gassner für die deutschsprachige Neue Volkszeitung. 1945 kehrt er als Angestellter des Civil Service nach Deutschland zurück. Es gelingt ihm nicht mehr an seine früheren schriftstellerischen Erfolge anzuknüpfen.
Wichtige Werke (Auswahl)
Karl Jakob Hirschs Debütroman Kaiserwetter, der 1931 im S. Fischer Verlag erscheint, markiert seinen Durchbruch als Schriftsteller. Der Gesellschaftsroman ist in einem Provinzdorf in den letzten Jahrzehnten des Kaiserreichs angesiedelt und behandelt die vorherrschende Atmosphäre dieser Zeit. Die Fortsetzung des Romans findet nach Machtergreifung der Nationalsozialisten keinen Verleger mehr. Das Manuskript ist heute verloren gegangen. 1946 veröffentlicht Hirsch die Autobiografie Heimkehr zu Gott, in der er seine Konversion zum Protestantismus reflektiert. Posthum erscheint eine weitere Autobiografie Quintessenz meines Lebens.
Stil / Rezeption
2024 erscheint im Allitera Verlag in der Reihe „bavaria – Münchner Schriften zur Buch- und Literaturgeschichte“ der Begleitband zur gleichnamigen Ausstellung Karl Jakob Hirsch. Ein Exilant im Nachkriegsdeutschland. Die Ausstellung der Universitätsbibliothek der LMU „konzentrierte sich auf die Spannung zwischen Exil und Nachexilzeit in Leben und Werk Hirschs und fragte danach, warum eine Reintegration in das literarische Leben in Deutschland nach 1945 scheiterte.“
Heute ist Karl Jakob Hirsch größtenteils in Vergessenheit geraten. Woran genau das liegt und weshalb Hirsch die Reintegration zu Lebzeiten nicht gelingt, kann auch Anna Steinbauer in der SZ nicht aufklären: „Niemand interessierte sich hier für den deutschsprachigen Autor Hirsch, den [Gabriele von] Bassermann als „erstaunlich modern“ hinsichtlich seines Umgangs mit Geschlechterbeziehungen findet. Unter dem Pseudonym Joe Gassner veröffentlichte er einige journalistische Texte, darunter auch für die Süddeutsche Zeitung, in denen er vor allem über seine amerikanische Erfahrung schrieb. Wieder stand er zwischen den Kulturen. „Vielleicht wurde er vergessen, weil das Publikum auch ein bisschen Verortung braucht“, mutmaßt [Waldemar] Fromm.“
