Schülerinnen und Schüler der Adolf-Reichwein-Realschule Nürnberg setzen sich mit Zukunft auseinander (II)
ZUR REIHE: „Zukunft öffnen!“ widmet sich den Ideenwelten der jungen Generationen. Sie können hier ihre Gedanken, Meinungen und Visionen über die Zukunft in vielfältiger Form zum Ausdruck zu bringen; in Gedichten, Essays, Erzählungen, Comics und Berichten. So entsteht eine kreative Plattform, die „nach vorne schaut“.
Im Dezember 2024 haben sich neun Jugendliche der Adolf-Reichwein-Realschule in Nürnberg unter der Leitung des Autors Lucas Fassnacht schreibend mit ihrer Zukunft auseinandergesetzt. Ein Jahr später finden sich siebzehn Schülerinnen und Schüler derselben Schule, die ihre Sicht auf die Welt in Worte fassen wollen. Mit großem Ernst und viel Freude widmen sie sich dem Thema Nachhaltigkeit. Die Ergebnisse sind so ehrlich wie überraschend; so persönlich sie auch sind, weisen sie zugleich über den und die Einzelne hinaus.
*
I.
Busfahrt
Bunte Videos
Lichter
ich sitze im Bus
schaue rum
Alle wie hypnotisiert
schauen ins Handy
nichts lenkt sie ab
kann man das retten, frage ich mich
man fühlt sich ausgeschlossen
leer
und enttäuscht
Luca, 8. Klasse
II.
Wir müssen handeln
Armut ist doof.
Reichtum ist doof.
Darum teilt das viele Geld.
Kauf keine Markenkleidung, sondern Secondhand.
Die Zukunft.
Oje.
Wir sollten jetzt handeln.
Doch tun wir das?
Habt den Mut.
Denn die Zeit vergeht schnell.
Handelt!
Kauft Secondhand.
Mia, 8. Klasse
III.
Wiederverwendung mal anders
Wiederverwendung von Leichen
mag komisch erscheinen,
betrachten wir es aus medizinischer Sicht.
Leichen können kranken Menschen das Leben retten.
Doch wie?
Einfach!
Organe können gespendet werden.
Eine wichtige Regel –
nur bei Unfällen!
Organe sind dort meist unbeschädigt.
Einverständnis
rettet Leben.
Lara, 8. Klasse
IV.
Krieg und Winter
Es ist Winter!
Es ist Krieg.
Es ist bitterkalt, ich weine.
Überall fliegen Bomben.
Es schneit.
Schnee.
Warum gibt es Krieg?
Ich will nicht mehr!
Ich verstecke mich.
Ich vermisse meine Familie sehr.
Frustrierend.
Bomben überall.
Julia, 7. Klasse
V.
Die Zukunft draußen
Wenn es regnet,
habe ich nicht
viel Schutz. Wenn es schneit,
sitze ich frierend in einer Ecke.
Die Zukunft,
da
weiß man nie, was
passiert, man ist gefangen.
Ich kann es
nicht kontrollieren, ich bin
an
die Zukunft gebunden.
Cosima, 7. Klasse
Blick über die Schulter ins Klassenzimmer © Lukas Fassnacht
Schülerinnen und Schüler der Adolf-Reichwein-Realschule Nürnberg setzen sich mit Zukunft auseinander (II)>
ZUR REIHE: „Zukunft öffnen!“ widmet sich den Ideenwelten der jungen Generationen. Sie können hier ihre Gedanken, Meinungen und Visionen über die Zukunft in vielfältiger Form zum Ausdruck zu bringen; in Gedichten, Essays, Erzählungen, Comics und Berichten. So entsteht eine kreative Plattform, die „nach vorne schaut“.
Im Dezember 2024 haben sich neun Jugendliche der Adolf-Reichwein-Realschule in Nürnberg unter der Leitung des Autors Lucas Fassnacht schreibend mit ihrer Zukunft auseinandergesetzt. Ein Jahr später finden sich siebzehn Schülerinnen und Schüler derselben Schule, die ihre Sicht auf die Welt in Worte fassen wollen. Mit großem Ernst und viel Freude widmen sie sich dem Thema Nachhaltigkeit. Die Ergebnisse sind so ehrlich wie überraschend; so persönlich sie auch sind, weisen sie zugleich über den und die Einzelne hinaus.
*
I.
Busfahrt
Bunte Videos
Lichter
ich sitze im Bus
schaue rum
Alle wie hypnotisiert
schauen ins Handy
nichts lenkt sie ab
kann man das retten, frage ich mich
man fühlt sich ausgeschlossen
leer
und enttäuscht
Luca, 8. Klasse
II.
Wir müssen handeln
Armut ist doof.
Reichtum ist doof.
Darum teilt das viele Geld.
Kauf keine Markenkleidung, sondern Secondhand.
Die Zukunft.
Oje.
Wir sollten jetzt handeln.
Doch tun wir das?
Habt den Mut.
Denn die Zeit vergeht schnell.
Handelt!
Kauft Secondhand.
Mia, 8. Klasse
III.
Wiederverwendung mal anders
Wiederverwendung von Leichen
mag komisch erscheinen,
betrachten wir es aus medizinischer Sicht.
Leichen können kranken Menschen das Leben retten.
Doch wie?
Einfach!
Organe können gespendet werden.
Eine wichtige Regel –
nur bei Unfällen!
Organe sind dort meist unbeschädigt.
Einverständnis
rettet Leben.
Lara, 8. Klasse
IV.
Krieg und Winter
Es ist Winter!
Es ist Krieg.
Es ist bitterkalt, ich weine.
Überall fliegen Bomben.
Es schneit.
Schnee.
Warum gibt es Krieg?
Ich will nicht mehr!
Ich verstecke mich.
Ich vermisse meine Familie sehr.
Frustrierend.
Bomben überall.
Julia, 7. Klasse
V.
Die Zukunft draußen
Wenn es regnet,
habe ich nicht
viel Schutz. Wenn es schneit,
sitze ich frierend in einer Ecke.
Die Zukunft,
da
weiß man nie, was
passiert, man ist gefangen.
Ich kann es
nicht kontrollieren, ich bin
an
die Zukunft gebunden.
Cosima, 7. Klasse
Blick über die Schulter ins Klassenzimmer © Lukas Fassnacht

