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Frequenz: jährlich
Auflage: 1.000
Preis: 14 Euro
Ort: München
Hg.: Martin Brinkmann
Verlag: Krachkultur Verlag
Inhalt: Prosa, Essay, Lyrik
Kontakt:
Über den Krachkultur Verlag – Dr. Martin Brinkmann, Steinstraße 12, 81667 München
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Krachkultur

Die Zeitschrift Krachkultur wird im Jahr 1993 von den beiden Schülern Martin Brinkmann und Fabian Reimann in Bad Bederkesa (Niedersachsen) ins Leben gerufen. Die Herausgeber beschreiben ihr Programm für Krachkultur folgendermaßen:

 

Warum eigentlich Krachkultur? Das alliterierende Paradoxon, das der Zeitschrift seinen lautsprecherischen Titel verleiht, gab in der Vergangenheit gleichermaßen für Zustimmung und Ablehnung Anlass.

Gehen wir zurück zu den Ursprüngen der Krachkultur: Dort, im Jahr 1993, erblicken wir zwei general-oppositionell gesinnte Schüler namens Brinkmann und Reimann, die, als gäbe es nichts anderes zu tun, eine literarische Zeitschrift gründen. Welche inhaltliche Zielrichtung sie zu Beginn verfolgten, weiß heute keiner mehr. Grundsätzlich waren sie wohl gegen den Mainstream eingestellt, gegen das Arrivierte, gegen den typischen langweiligen deutschen Literaturbetrieb, den sie allerdings noch gar nicht kannten. (Auch der Schweizer Literaturbetrieb ist, wie man hört, übrigens nicht spannender.)

Eine genauere Bestimmung dessen, was literarische „Krachkultur“ ist, wofür sie steht und was sie leistet, will auch vom heutigen Standpunkt aus am ehesten ex negativo gelingen: „Krachkultur“ ist kein bloßes Lärmschlagen, keine Avantgarde um jeden Preis, keine Verpflichtung zu pubertärem Inhalt, kein Bekenntnis zu Rabaukentum und was man sonst noch vermuten könnte. Keinesfalls.

Was vom Künstler, also auch von demjenigen, der unter dem Label Krachkultur erscheint – sei er Vertreter der so genannten Pop-Literatur oder Angehörige des Fräuleinwunders, verfasse er hermetische Lyrik oder gebe er sich der Neuen Lust am Erzählen hin (oder wie immer der aktuelle Trend gerade heißt) –, was also von diesem zu erwarten ist, hat Heimito von Doderer einmal wie folgt formuliert: „Eine gewisse Krudität des Griffes in’s innerste Geweid ist sein durch nichts noch gerechtfertigtes Wagstück.“

Nur ein roher, direkter und unvoreingenommener, ein eigenständiger, unkonventioneller, ein noch nicht etablierter oder schon wieder nicht mehr etablierter Zugriff auf die wesentlichen Themen also – welche auch immer das momentan sind – sorgt für Texte, die uns, den Herausgebern, lieb und lesbar sind.

Dabei tut es not, an die Vergessenen der Moderne zu erinnern (denn nur der Belesene ist gefeit vor den Infantilisierungstendenzen vor allem auch auf dem Buchmarkt) sowie das Junge und das Neue zu fördern (denn der ewige Kult der Tradition führt zu statuarischen Kunstgebilden, schön anzuschauen, aber mehr auch nicht).

 

   

Früher: Ausgabe 7 (1998), Ausgabe 8 (1999), Ausgabe 9 (2001)

 

Krachkultur enthält deutsch- und englischsprachige Texte. Zu den deutschsprachigen Autoren, deren Werke in der Zeitschrift veröffentlicht werden, gehören unter anderem Sibylle Lewitscharoff, Heimito von Doderer, Aglaja Veteranyi, Selim Özdoğan, Anja Utler, Saša Stanišić, Tanja Dückers, Henning Ahrens, Anton G. Leitner, Jan Wagner und Wolfgang Schömel.

 

   

Heute: Ausgabe 14 (2012), Ausgabe 15 (2013) und Ausgabe 17 (2015)

 

 

Verfasser: Leonard Roth / Bayerische Staatsbibliothek
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