Friedrich Nietzsche und Erwin Rohde / Bis Parksteinhütten

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Erwin Rohde mit Carl von Gersdorff und Friedrich Nietzsche (v.l.), Oktober 1871 in Naumburg a.d. Saale.

Vor dem Antritt seines „Einjährigen“ [Wehrdienstes] in Naumburg startet am Morgen des 8. August 1867 der junge Philosoph und Philologe Friedrich Wilhelm Nietzsche (1844-1900) mit seinem Freund, dem Philologen Erwin Rohde (1845-1898), mit der Eisenbahn von Leipzig ins böhmische Franzensbad. Endziel: der Böhmerwald. Nach Empfehlungen steigt man aber bald auf den Zug um und fährt „dem Rathe unseres Lenkers gemäß“ zunächst nach Weiden und von dort mit der Bahn eine kurze Strecke Richtung Bayreuth – bis Parksteinhütten.

Nietzsches Eintrag im Tagebuch lautet:

Waldsassen. Klosterwirth 6 Kr. Bahn bis Parksteinhütten 1 G. 6 Kr. Pastor kath[olisch] 1 Stunde Wegs durch Föhrenwald Basaltbildung. 5 Ng. dur[ch] kath[olische] Kirche 14 Kr. Im Wirtsh[aus] sauber... schlecht[es] Bier: guter Käse 12 Kr. Eisenbahn retour na[ch] Weiden...

In Weiden wird in der Grabenschänke „Zum Schwane“ Quartier bezogen und die erlebten Eindrücke werden gastronomisch „verdaut“.

Mit der Eisenbahn geht es dann weiter durch das Naabtal nach Schwandorf. Ziel ist der „Lamberg, der sich unmittelbar hinter Chammünster erhebt“.

(Friedrich Nietzsche: Werke und Briefe. Historisch-kritische Gesamtausgabe. München 1933ff. Bd. 3 (Werke), S. 280-290; Rohdes Bericht: ebd., S. 423-437.)


Verfasser: Bernhard M. Baron / Bayerische Staatsbibliothek

Sekundärliteratur:

Baron, Bernhard M. (1992): Nietzsches Oberpfalzreise 1867. In: Oberpfälzer Heimat 36, S. 83-88.



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