Lola Montez in der Literatur

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Karl Klimsch: Ludwig Thoma, 1909.

Dass das bewegte Leben der Lola Montez vielfach Eingang in die Literatur fand, ist kaum verwunderlich.

Lola Montez selber, in eigener Person. Schneid hatte das Frauenzimmer und eine Verachtung gegen diese sittsamen Spießbürger, die mir später imponierte. Ich stand keine zehn Schritte von ihr entfernt und sah die blitzenden Augen. Links und rechts von mir bückte sich die bürgerliche Ehrbarkeit bis auf den Boden. Diesmal nicht aus Ehrfurcht, sondern um Steine und Kot aufzuraffen. Neben mir steht ein behäbiger Herr und nimmt sich eine Handvoll. Er zieht kräftig aus, damit sein Wurf ausgiebig sei, aber er warf nicht. Jemand schlug ihm den Kot aus der Hand mit den Worten: „Pfui Teufel! Gegen ein Frauenzimmer! Ihr schämt Euch nicht?“

Meine Hafnermeister das hören und auf den Jemand losfahren, war eines. „Auch so ein Lolaner! Nieder mit dem Kerl!“ Aber sie merkten schnell, dass ein Tölzer Bauernbub’ sich besser wehren kann wie ein Frauenzimmer.

(Ludwig Thoma: Andreas Vöst. In: Die schönsten Romane und Erzählungen. Jubiläumsausgabe in sechs Bänden. Hg. von Richard Lemp. Bd. 3. Piper Verlag, München/Zürich 1987, S. 113)

„Unser König hat eine neue Geliebte! Die ist aber nicht so harmlos, wie die früheren, nein, sie ist eine internationale Hochstaplerin, und die Preußen haben sie ihm zugetrieben. Eigens deswegen, damit wir in Bayern vor aller Welt die Lackierten sind.“

(Josef Ruederer. Das Erwachen. Ein Münchner Roman bis zum Jahre 1848. Süddeutsche Zeitung Bibliothek, München 2008, S. 190)


Verfasser: Monacensia Literaturarchiv und Bibliothek / Dr. Michaela Karl

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