Lola Montez und die Dichter

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Isidor Popper: Heinrich Heine, 1843/44.

Heinrich Heine stellte sich in einem imaginären Brief, den Ludwig I. an den preußischen König Friedrich Wilhelm IV. verfasste, auf die Seite Lola Montez und ergriff zum ersten und einzigen Mal Partei für den bayerischen König, den er ansonsten mit Spott überschüttete.

Du tadelst Lola Montez
Du, der du nie gekonnt es!
Und du willst die Dolores
Und Ludwig lehren Mores?/
Nie Aehnliches Erlebter
Nie Liebedurchgebebter,
Dich hasz ich gleich der Spinne,
Fest stehts in Ludwigs Sinne:
Die Wittelsbacher Minne
Hört nur im Tode auf.

(Heinrich Heine: König Ludwig an den König von Preußen. In: Sämtliche Schriften. Bd. 6/II: Anhang zur Gesamtausgabe: Dokumente. Nachträge. Bibliographie. Hg. von Klaus Briegleb. München/Wien 1976, S. 741)

Auch Franz Grillparzer schrieb über die Affäre Lola Montez, die unmittelbaren Einfluss auf sein Trauerspiel Die Jüdin von Toledo hatte.

Drum kehrt euch nicht verachtend von dem Weib,
In deren Arm ein König ward zum Mann,
Sie gab dem besseren Gedanken Leib,
Verlor sich selbst, allein die Welt gewann.

(Franz Grillparzer: Lola Montez. In: Sämtliche Werke. Ausgewählte Briefe. Gespräche. Berichte. Bd. 1: Gedichte – Epigramme – Dramen I. Hg. von Peter Frank und Karl Pörnbacher. Hanser Verlag, München 1960. S. 311)


Verfasser: Monacensia Literaturarchiv und Bibliothek / Dr. Michaela Karl

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