Der Spaziergang hat eine Länge von 9,9 Kilometer und eine reine Laufzeit von etwa zwei Stunden.

Der Dichter Heinrich Heine hat zwar nur ein Dreivierteljahr in München verbracht, von November 1827 bis Juli 1828. Doch so kurz sein Aufenthalt auch gewesen ist, so gibt es doch eine ganze Reihe von dauerhaften Erinnerungen an ihn, die wiederum merkwürdig versteckt oder sogar, an einer Stelle, offensichtlich verschwunden sind. Ein literarischer Spaziergang auf den Spuren Heines in München ist daher sehr lohnend. Wir können uns an acht Stationen orientieren. Wir beginnen (1) in der Maxvorstadt, der heutigen Kardinal-Faulhaber-Straße, gehen von dort (2) in die Altstadt (Hackenviertel) zum Radspielerhaus, Hackenstraße 7, hören (3) etwas zum Dom und zum Königsplatz. Mit dem Bus fahren wir erst (4) nach Bogenhausen und erkunden dort eine ehemalige Ausflugsgaststätte mit einem versteckten Heine-Relief, fahren zurück zum (5) Hofgarten mit einem angeblichen Heine-Porträt, gehen (6) hinüber in den Finanzgarten mit dem Heine-Brunnen, weiter zur (7) Universität und finden zum Abschluss (8) in Schwabing am Haus Feilitzschstraße 25 eine aufschlussreiche Leerstelle.

Cover der Zeitschrift Jugend mit einem Bildnis Heinrich Heines von Sergey Solomko (1867-1928), etwa 1906

Geboren ist Heine, in Düsseldorf am 13. Dezember 1797 in einer jüdischen Familie als Sohn des Kaufmanns Samson Heine aus Hannover und seiner Frau Betty, geb. van Geldern. Sein Rufname war Harry. Als er mit knapp 30 Jahren nach München kommt, ist er seit fünf Jahren Dr. jur., ist zum Protestantismus konvertiert, und sucht nach einer bürgerlichen Anstellung. Heine hat als Dichter der ersten beiden Teile seiner Reisebilder (1826) schon einen guten Namen. Im Sommer dieses Jahres 1827 ist zudem das Buch der Lieder in Hamburg bei Hoffmann und Campe erschienen, das Heines Weltruhm begründet. Aber Heine kommt nicht als Dichter nach München, sondern als Mitherausgeber der Zeitschrift Neue Allgemeine Politische Annalen des Stuttgarter Verlegers Cotta. In der Residenzstadt mit etwa 80.000 Einwohnern herrscht seit zwei Jahren Bayerns zweiter König, Ludwig I., der im Bündnis mit den Bürgern und den Künsten ein „Künstlerkönigtum“ (Frühwald)[1] etablieren will; der König dichtet sogar selbst, und sein Innenminister, Eduard von Schenk, der seine Verse korrigieren muss, stammt wie Heine aus Düsseldorf, die Aussichten sind gut. In Bayern herrscht Zensurfreiheit und damit Pressefreiheit.

 


Spaziergang starten: Station 1 von 8 Stationen



Literaturspaziergang Heinrich Heine als PDF-Druckversion

 

[1] Frühwald, Wolfgang: Das Spätwerk Clemens Brentanos (1815-1842). Romantik im Zeitalter der Metternich’schen Restauration. Tübingen 1977, S. 308.

 

Verfasser: Dr. Dirk Heißerer

Kommentar schreiben