Solln

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Zollhaus bei der Prinz Ludwigshöhe in Solln, Holzstich. Aus: Süddeutsche Bauzeitung, 12. Jg. 1902 (Bayerische Staatsbibliothek/Porträtsammlung)

Dezember 1904

26. Weihnachten große Hetzerei, Such Migraine ich den ganzen Tag am Rad in der Stadt herum. Aber dann schöner Mäuseabend mit sehr viel Freude. Gestern erster Weihnachtstag zu Rad mit Such und Bubi nach Solln. Maus steht früh im Hemd auf und geht zu seinen Weihnachtssachen, dachte abends an eigne Kindheitsstimmung.

(Tagebücher, S. 362)

In der Sollner „Villenkolonie“ wohnen Philippine, genannt „Fädchen“, und Ludwig Landshoff, ein mit Franziska zu Reventlow befreundetes Ehepaar, bei dem sie ab und zu wohnt und vorübergehend ihren Sohn unterbringt. Mit Rolf (Bubi) taucht sie in Kindheitswelten ein, besonders in der Weihnachtszeit oder bei anderen Anlässen, die Kindern Freude machen. Als sie einmal einen Jahrmarkt besuchen, empfindet sie selbst „kindischen Spaß, Kinderzeit – Husumer Jahrmarkt.“ Manchmal ähneln die Beschreibungen ihrer Unternehmungen mit Rolf den Husumer Abenteuern mit ihrem Bruder Catty – ein Stück Kindheitsidylle, in dem Sohn und Bruder ein und dieselbe Rolle spielen.


Verfasser: Monacensia Literaturarchiv und Bibliothek / Gunna Wendt

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