Zacharias Papantoniou über München II

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Taxifahrer am Droschkenstand, 1950er Jahre (Verlag und Bildarchiv Sebastian Winkler)

Die Einwohner Münchens sind für ihre Seelenruhe bekannt. Es ist die beschaulichste Bevölkerung, der man in Deutschland begegnen kann. Sie sind zuvorkommend, gutmütig, gesellig, ohne Dünkel oder Chauvinismus. Ganz München mit seiner Stadtplanung, seiner Ebene, dem dunstblauen Schatten der Berge in der Ferne, mit seinen Parks und seiner ästhetischen Atmosphäre, in der die Stadt atmet, lebt und denkt, ist eine Oase ruhiger Gelassenheit. Viele Besucher aus dem Ausland bestätigen, wie sehr diese Stadt die Nerven beruhigt. Wenn das geschieht, heißt das, dass nicht nur leblose, sondern vor allem natürliche Faktoren eine Rolle spielen. Die Münchner mit ihrer Kultur, ihrem Charakter und ihrer Tradition besitzen verschiedene Eigenschaften, derentwegen man sie, was sie selber sehr begrüßen würden, Antipreußen nennen müsste.

Zacharias Papantoniou, 1934 (Zit. aus: Zacharias Papantoniou: Otto und die romantische Dynastie. Aus dem Griechischen von Sabina Moser. Athen 1934, S. 95)

 

Zacharias Papantoniou (1877-1940), griechischer Dichter, Maler und Journalist; Aufenthalt in München: 1913


Verfasser: Monacensia Literaturarchiv und Bibliothek

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