München 1847

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"München von der Ost-Seite", Lithografie um 1844/48 (c) BSB München/Bildarchiv

Aufruhr in der Stadt – König Ludwig I. und sein „Flitscherl“ Lola Montez und eine geringfügige Bierpreiserhöhung sorgen für einen öffentlichen Skandal, der Bürgerschaft und Studenten demonstrierend auf die Straße treibt. Zudem liegt der altersstarre Monarch im heftigen Clinch mit Parlament und kirchlichen Potentaten; Regierungen kommen und müssen wieder gehen. Für kurze Momente steht nicht nur die Person des Königs, sondern sogar die Monarchie in Frage. Das Revolutionsjahr 1848 kündigt sich an.

Inmitten dieser aufgeregten, rebellisch aufgeheizten Zeit wird am 26. März 1847 in der Sendlinger Landstraße 1/III Gustav Ferdinand Karl von Reinhardstöttner geboren. Der Vater Gustav von Reinhardstöttner (1818-1891) ist zu diesem Zeitpunkt königlicher Polizeifunktionär, er steigt später über den königlichen Residenz-Polizei-Offizianten und königlichen Bezirks-Polizei-Commissär zum Sekretär im königlichen Hofstaat auf.

Der Adelstitel leitet sich her aus dem Besitz der Hofmark Lixenried bei Furth im Wald. Dieses Gut hatte 1797 ein Joseph Benedikt Reinhardstöttner käuflich erworben. Nach seinem Tod 1798 erwarb 1820 nach langen rechtlichen Auseinandersetzungen mit Obrigkeit und Vormundschaft der Sohn Ferdinand das Gut, wobei er zwar den Adelstitel zugesprochen erhielt, durch eine amtliche Willkürentscheidung jedoch nicht die dazugehörige Patrimonialgerichtsbarkeit. So war der Adelsrang gewissermaßen ein „Titel ohne Mittel“. Aber die Reinhardstöttners hießen von da an „von Reinhardstöttner“ – bis zu den heute noch lebenden Nachkommen in der Villa Reinhardstöttner in Lixenried und anderswo.

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Verfasser: Max Heigl (Text) / Bayerische Staatsbibliothek (Bildbeigaben)

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