Der Sandmann

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Zeichnung von E.T.A. Hoffmann zu seinem Buch "Der Sandmann".

Die Geschichte des jungen Nathanael wird von E.T.A. Hoffmann in seiner Erzählung Der Sandmann zunächst aus unterschiedlichen Blickwinkeln erzählt: Nathanael schildert seinem Freund Lothar in einem Brief ein traumatisches Ereignis seiner Kindheit, in dem Advokat Coppelius, der „fürchterliche Sandmann“, die Hauptrolle spielt. Er glaubt, ihn vor einigen Tagen in einem Wetterglashändler wiedererkannt zu haben. Versehentlich sendet er den Brief an Lothars Schwester Clara, dessen „holdes Engelsbild“ ihm in der Ferne Trost spendet. Diese erweist sich als kompetent in der Beurteilung der Existenz „dunkler Mächte“.

Es ist das Phantom unseres eigenen Ichs, dessen tiefe Einwirkung auf unser Gemüt uns in die Hölle wirft, oder in den Himmel verzückt.

Daher empfiehlt sie ihm, „den hässlichen Advokaten Coppelius und den Wetterglasmann Coppola“ ganz aus seinen Gedanken zu verbannen und verspricht, ihn dabei zu unterstützen.

Ich habe mir vorgenommen, bei Dir zu erscheinen, wie Dein Schutzgeist, und den hässlichen Coppola, sollte er es sich etwa beikommen lassen, Dir im Traum beschwerlich zu fallen, mit lautem Lachen fortzubannen.

Doch kaum scheint Ruhe in Nathanaels aufgewühltem Gemüt eingetreten zu sein, da bietet sich ein neuer Schauplatz für Irritation: Er verliebt sich in Olimpia, die Tochter des Physikprofessors Spalanzani, der er auf einem Fest begegnet, nachdem er sie eine Zeitlang von seinem Fenster aus beobachtet hat. Dass es sich dabei um eine Puppe, eine „Automate“ handelt, erkennt er erst sehr spät.


Verfasser: Monacensia Literaturarchiv und Bibliothek / Gunna Wendt

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