Automatenmenschen, Roboter, Androiden

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"Robot Dream Exhibition Hong Kong", 2006.

Wie Frankensteins namenloses Geschöpf ist auch die Puppe Olimpia bis heute Quelle der Inspiration für Schriftsteller, Komponisten und Künstler: Nicht nur in Jacques Offenbachs Oper Hoffmanns Erzählungen (UA 1881) spielt sie eine wesentliche Rolle. Auch die Künstlerin und Musikerin Michaela Melián bezieht sich in ihrer Installation Electric Ladyland, die im Frühjahr 2016 im Kunstbau der Städtischen Galerie im Lenbachhaus zu sehen war, auf E.T.A. Hoffmanns Schöpfung.

Als dieser seine Erzählung Der Sandmann schrieb, gab es den Begriff „Roboter“ noch nicht. Er tauchte 1921 erstmals im Theaterstück R.U.R. des tschechischen Schriftstellers Karel Capek auf und geht zurück auf das tschechische Wort für Arbeit, „robota“. Zu E.T.A. Hoffmanns Zeiten bereits bekannt gewesen sein dürfte die Bezeichnung „Android“ für einen menschenähnlichen Automaten. Er ist aus der Science Fiction nicht mehr wegzudenken. Bereits von Anfang an trat er in gegensätzlicher Funktion auf: als Helfer oder Bedroher. Besonders die Künstler interessierten sich für den Moment, in dem das von Menschen konstruierte und gesteuerte Wesen zum autonomen Maschinenwesen wird und sich der Kontrolle seines Schöpfers entzieht. Fiktion, künstlerische Phantasie und realer technischer Fortschritt, beeinflussen sich gegenseitig.


Verfasser: Monacensia Literaturarchiv und Bibliothek / Gunna Wendt

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