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01.08.2013, 12:23 Uhr
Frank Piontek
Jean-Paul-Reihe
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Jean Paul selbst nannte seinen Debütroman eine „geborne Ruine“: Frank Piontek liest „Die unsichtbare Loge“ von Jean Paul, Tag für Tag, von der ersten bis zur letzten Seite, und bloggt darüber.

Logen-Blog [215]: Der Blogger bittet um Aufklärung über die holländischen Geister

Von Ottomar haben wir schon lange nichts mehr gehört. Nun können wir einen Brief lesen, den der Weltreisende an Fenk geschrieben hat. Da taucht, bevor der Brief zitiert wird, schon ein Problem auf: „Im folgenden Briefe herrscht und tobt ein Geist, der wie ein Alp alle Menschen höherer und edler Art drückt und oft bewohnt und den bloß – so viel er auch holländische Geister überwiege – ein höherer Geist übertrifft und hinausdrängt.“

Holländische Geister? Was meint er? Holländische Geister scheinen schon etwas Wertvolles zu sein. Der Kommentar zur Ausgabe verweigert auch hier, wie schon bei den Kombriern, die Erläuterung. Bezieht sich Jean Paul auf die Lehren des niederländischen Philosophen Franz Hemsterhuis, der just am 7. Juli 1790 gestorben war? Hemsterhuis war ein Aufklärer, der dem Rationalismus wie dem Sensualismus verpflichtet war (womit er geistig mit Helvetius verwandt war).

Falls an dieser Stelle nicht Franz Hemsterhuis gemeint sein sollte, bitte ich um Aufklärung.

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