Carla Haslbauer ist Serafina-Preisträgerin 2023

Der Künstlerin Carla Haslbauer wurde für ihr 2023 im NordSüd Verlag erschienenes Bilderbuch Es gibt keine Drachen in diesem Buch (Text: Donna Lambo-Weidner) die „Serafina 2023 – Nachwuchspreis für Illustration“ der Deutschen Akademie für Kinder- und Jugendliteratur, verliehen in Kooperation mit der Frankfurter Buchmesse und dem Börsenblatt, gestiftet von der Mediengruppe Pressedruck, zuerkannt. Die Giraffenfigur, ein Entwurf der Porzellan Manufaktur Nymphenburg, wird von Mitgliedern der Deutschen Akademie für Kinder- und Jugendliteratur finanziert. Die Akademie Faber-Castell stellt einen „perfekten“ Bleistift aus ihrer Kollektion zur Verfügung.

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„Die Akademie vergibt nun seit 15 Jahren Preise für neue Talente auf dem Kinder- und Jugendbuchmarkt und verleiht bereits zum 10. Mal die Serafina, den Preis für neue Talente im Bereich Illustration in Frankfurt“, begrüßte Akademiepräsidentin Dr. Claudia Maria Pecher die zahlreich versammelten Festgäste auf der Frankfurter Buchmesse. Sie stellte fest, dass „dieser Mittwochabend inzwischen fester Bestandteil zur Buchmesse-Zeit in Frankfurt“ ist und dankte Beate Zekorn-von-Bebenburg, „die uns während der Pandemiejahre Herberge in ihrem wunderschönen Struwwelpeter-Museum gab, der Wiege des deutschsprachigen Bilderbuches.“ Allerdings wolle die Frankfurter Buchmesse auf „ihre beste Giraffe im Stall“ nicht verzichten und habe sie daher in diesem Jahr auf das Messegelände zurückgeholt. Herzlich dankte die Präsidentin der Mediengruppe Pressedruck, die seit zehn Jahren das Serafina-Preisgeld in Höhe von 2.500 Euro für den künstlerischen Nachwuchs stiftet und damit diesen Nachwuchspreis erst möglich gemacht hat. Weiterer Dank war an die Akademie Faber-Castell für deren Unterstüzung adressiert und nicht zuletzt dankte sie der ehrenamtlich tätigen Jury sowie den Helferinnen und Helfern im Hintergrund für ihre Unterstützung.

„Wir freuen uns, auch in diesem Jahr die Zusammenarbeit mit der Deutschen Akademie für Kinder- und Jugendliteratur fortzusetzen – eine Zusammenarbeit, die eine zehnjährige kontinuierliche Förderung von Nachwuchskünstlerinnen und -künstlern im Bereich Illustration ermöglichte“, sagte die Vertreterin der Mediengruppe Pressedruck, Birgit Müller-Bardorff. „Bilderbücher sind der erste Kontakt von Kindern mit Büchern und mit der Kunst, deshalb ist es wichtig, die Arbeit derjenigen zu unterstützen, die Kindern dieses Eintauchen in die Welt der Bücher mit kreativen und künstlerisch außergewöhnlichen Illustrationen ermöglichen.“

„Das Bilderbuch setzt die Leserin in einen ständigen Dialog mit der Erzählerin, die die Einheit von Bild und Text gezielt aufbricht. Denn zwischen dem, was der Text der Betrachterin weismachen will, und dem, was sie in den Bildern sieht, besteht ein himmelweiter Unterschied“, leitete Dr. Stefan Hauck seine Laudatio auf die Preisträgerin ein. „‚Du siehst Zehennägel? Kann gar nicht sein.‘ ‚Gibt es hier Drachen? Nö.‘ Dabei erkennt die Betrachterin überall die Hinweise für die Existenz des Drachens: eine Tatze, einen feuerspeienden Schlund, einen schuppigen Schwanz. (...) Um nicht aufs Glatteis geführt zu werden, muss die Betrachterin permanent vergleichen, argwöhnen, ihre eigenen Schlüsse ziehen – so entsteht ein selbstständiges Denken, ein Faktencheck und mithin eine Kompetenz, die in den aktuellen Leseförderdebatten vehement gefordert wird.“ Hauck blickte zurück und verriet: „Carla Haslbauer ist der Jury bereits vor zwei Jahren mit ihrem Buch Die Tode meiner Mutter aufgefallen, das Einblicke in die Welt einer Familie mit musikalischem Mittelpunkt und mit viel Lust an Verkleidung gibt. Wir haben es 2021 nominiert und waren weiter neugierig. Das Warten hat sich gelohnt.“ Und er macht Hoffnung: „Es gibt ein nächstes Jahr und ein übernächstes. Wir werden Ihr künstlerisches Schaffen weiter mitverfolgen.“

Neben Carla Haslbauer waren mit ihren Büchern nominiert: Reto Crameri mit Alula (kunstanstifter 2023), Kerstin Wacker mit Das Mädchen in unserem Badezimmer (Wacker & Freunde 2022), Martina Walther mit Albertas Wunschladen (kunstanstifter 2023) und Adrian Wylezol mit Wie wir einmal Dirk Nowitzki entführten (Karl Rauch 2023). Die Auswahlliste ist hier abrufbar.

Seit 2009 zeichnet die Deutsche Akademie für Kinder- und Jugendliteratur neue Talente auf dem deutschsprachigen Kinder- und Jugendbuchmarkt aus. Neben Autorinnen und Autoren wurden hier von Anfang an auch Illustratorinnen und Illustratoren berücksichtigt: Claudia Lieb (2009), Jonas Lauströer (2010) und Sybille Schenker (2011).

Seit 2014 konnte mit Unterstützung der Mediengruppe Pressedruck und der Porzellan Manufaktur Nymphenburg (bis 2020) mit der Serafina ein eigener mit 2.500 Euro dotierter Preis für Illustration etabliert werden. Die bisherigen Preisträgerinnen sind Julie Völk (2014), Nele Brönner (2015), Nanna Prieler (2016), Mirjam Zels (2017), Iris Anemone Paul (2018), Lucia Zamolo (2019), Linda Schwalbe (2020), Laura D'Archangelo (2021) und Cynthia Häfliger (2022).