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Logen-Blog [295]: Besuch in Berlin

Jean Paul selbst nannte seinen Debütroman eine „geborne Ruine“: Frank Piontek liest „Die unsichtbare Loge“ von Jean Paul, Tag für Tag, von der ersten bis zur letzten Seite, und bloggt darüber.

Der Gläubige besuche die Ausstellung Dintenuniversum in Berlin. Im Max-Liebermann-Haus am Pariser Platz Nr. 7 schaue er sich jenes Exemplar der Unsichtbaren Loge an, das am 17. November 1825 im Begräbniszug Jean Pauls – von der Friedrichstrasse zum Friedhof, draussen vor der Stadt – mitgetragen wurde. Er stehe davor und schweige ein paar Minuten, in inniger Betrachtung versunken.

Im Ernst: es ist durchaus ein sonderbares Gefühl, vor eben jenem Buch zu stehen, das zu den Exemplaren gehört, die gelegentlich in den Jean-Paul-Biographien erwähnt werden. Die unsichtbare Loge wurde damals, für einen kurzen Augenblick, zu einem gleichsam heiligen Objekt stilisiert. Dass dieses eine Exemplar noch existierte – auch dies erfährt der Jeanpaulianer durch die didaktisch gut gemachte Schau, die die Reise nach Berlin lohnt.

Fotos: Frank Piontek, 24.11. 2013

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