Marie-Luise-Kaschnitz-Preis geht an Katerina Poladjan

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Im Frühjahr hatte sie auf der Leipziger Buchmesse für Furore gesorgt, im Mai wurde die Schriftstellerin Katerina Poladjan mit dem Marie-Luise-Kaschnitz-Preis ausgezeichnet.

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Im Beisein der Autorin, einer szenische Lesung mit dem Schauspielerduo Thomas Loibl und Julia Weden sowie namhaften Literaturschaffenden lud die Evangelische Akademie Tutzing zur Verleihung des Literaturpreises im Rahmen einer Tagung ein. Sie fand vom 29. bis zum 31. Mai 2026 statt – genau in dem Jahr, in dem Marie Luise Kaschnitz ihren 125. Geburtstag gefeiert hätte. Gegenstand der Tagung waren neben der Erzählkunst der Gewinnerin auch der polithistorische Hintergrund der ehemaligen Sowjetunion.

Denn Katerina Poladjans Roman Zukunftsmusik, nachdem auch die Tagung benannt ist und für den die Autorin erst im Frühjahr auf der Leipziger Buchmesse ausgezeichnet wurde, spielt in Sibirien am 11. März 1985. An diesem Tag wurde Michail Gorbatschow zum Generalsekretär der Kommunistischen Partei der Sowjetunion gewählt. Gorbatschow galt als Hoffnungsträger und sollte die Welt hinter dem Eisernen Vorhang entscheidend verändern.

Vor dieser Zeitwende, von der noch niemand etwas ahnt, bilden vier Figuren das Herzstück des Romans: Die Bewohner der Kommunalka, der sowjetischen Gemeinschaftswohnung, sind so skur­ril wie sie emphatisch sind. In kurzen Szenen verpackt die Autorin Sehnsüchte, Grausamkeiten und Ängste, die die Figuren am Ende vor neue Weggabelungen stellen. 

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