Max Bronski
Hinter dem Pseudonym Max Bronski versteckt sich der Münchner Schriftsteller Franz-Maria Sonner, der 1953 in Tutzing geboren wird. Es handelt sich bei Bronskis Werken (fast) durchwegs um Kriminalromane, die allesamt in München angesiedelt sind, sich um das dortige Schlachthofviertel um das raue Leben in verschiedenen Milieus drehen und deren lebensnahe und in entsprechenden Situationen durchgreifende Hauptfigur der Antiquitätenhändler und Privatdetektiv Wilhelm Gossec ist.
Werdegang
Dass Autoren unter Pseudonym veröffentlichen oder ihren Deck- und Fantasienamen gar eine ganze fiktive Biografie verleihen, ist in der Literaturgeschichte keine Seltenheit, denkt man nur an die Pseudonyme von Erich Kästner, Stephen King, Helmut Krausser oder Joanne K. Rowling, an die Decknamen Peter Panter, Alvaro de Campos oder Peter Flint. Auch Max Bronski ist so ein Fall, wenngleich er sich von den Genannten insofern unterscheidet, als der Verlag Antje Kunstmann, in dem Bronskis Romane erscheinen, die wahre Person hinter dem Namen zunächst nicht aufzudecken bereit ist und stattdessen behauptet, Max Bronski sei 1964 in München geboren worden, habe seine Heimatstadt nie verlassen, ein abgebrochenes Theologiestudium und ein Studium der Musikwissenschaften hinter sich, habe verschiedene Jobs absolviert und schreibe.
Der Schauspieler Michael Fitz hat Lesungen veranstaltet, auf denen er jeweils die Bronski-Bücher seinem Publikum vorstellte, weshalb der Verdacht aufgekommen ist, er selbst verberge sich hinter diesem Pseudonym. Fitz hat dies ausdrücklich bestritten. Inzwischen ist das Rätsel um Max Bronskis Identität gelöst, womit die literarische Welt um ein Geheimnis ärmer ist: Im September 2014 hat sich der Münchner Schriftsteller Franz-Maria Sonner, der ebenfalls wie sein Pseudonym Max Bronski im Verlag Antje Kunstmann veröffentlicht, entschlossen seine Autorschaft aufzudecken. Max Bronski bleibt uns dennoch erhalten als Literat, der mit seinen Krimis leichtfüßig unterhält und sich gleichermaßen – vergleichbar nur mit den Texten von Friedrich Ani – München auf einzigartige Weise literarisch anverwandelt.
Wichtige Werke (Auswahl)
Die Romane der Gossec-Reihe behandeln u.a. das Rotlichtmilieu (Sister Sox 2006), allerlei kriminelle Verstrickungen (Schampanninger, 2008), den NS-Diskurs (Nackige Engel, 2010), eine Leiche beim Oktoberfest (München Blues, 2007) oder die Kirche (Die Josephsbrüder, 2025). Bronskis umfangreicher Roman Der Tod bin ich (2013), behandelt hingegen auf populäre Weise naturwissenschaftliche Themen, die mit allerlei Intrige und Verschwörung im Hintergrund verbunden sind. 2016 wird u.d.T. Mad Dog Boogie ein neuer Bronski-Krimi veröffentlicht, er behandelt das Gespinst aus Drogen und aus dadurch ausgelösten Psychosen. Der Agenten-Thriller Jaguar erscheint 2020, der politische Thriller Halder 2021. Unter seinem bürgerlichen Namen publiziert Franz-Maria Sonner u.a. die Novelle Gregor Mendel begegnet dem Schicksal (2024).
Stil / Rezeption
„Was auf dem Münchner Oktoberfest stattfindet, überschreitet die Grenzen der menschlichen Vernunft und Vorstellungskraft in einem solchen Maße, dass nur beherzte Bezifferungen helfen, ein Bild davon zu vermitteln“, schreibt Max Bronski, um nur eine Stelle zu nennen, die seine Kennerschaft der bayerischen Umstände aufweist. Seine Romane sind voller Lokalkolorit und Insiderwissen, was Münchner Geschichte und Milieus betrifft, und in einem doppelten Sinne eine Lesefreude: Sie sind unterhaltsame Krimis und doch zugleich tiefergehende Charakterstudien und Analysen des menschlichen Zusammenlebens.
Sekundärliteratur:
Kotteder, Franz (2014): Bass-Solo für Max Bronski. Jetzt kommt' raus: Franz-Maria Sonner ist der Autor der berühmten München-Krimis. In: Süddeutsche Zeitung (München) Nr. 201, 2. September, S. 42.
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Hinter dem Pseudonym Max Bronski versteckt sich der Münchner Schriftsteller Franz-Maria Sonner, der 1953 in Tutzing geboren wird. Es handelt sich bei Bronskis Werken (fast) durchwegs um Kriminalromane, die allesamt in München angesiedelt sind, sich um das dortige Schlachthofviertel um das raue Leben in verschiedenen Milieus drehen und deren lebensnahe und in entsprechenden Situationen durchgreifende Hauptfigur der Antiquitätenhändler und Privatdetektiv Wilhelm Gossec ist.
Werdegang
Dass Autoren unter Pseudonym veröffentlichen oder ihren Deck- und Fantasienamen gar eine ganze fiktive Biografie verleihen, ist in der Literaturgeschichte keine Seltenheit, denkt man nur an die Pseudonyme von Erich Kästner, Stephen King, Helmut Krausser oder Joanne K. Rowling, an die Decknamen Peter Panter, Alvaro de Campos oder Peter Flint. Auch Max Bronski ist so ein Fall, wenngleich er sich von den Genannten insofern unterscheidet, als der Verlag Antje Kunstmann, in dem Bronskis Romane erscheinen, die wahre Person hinter dem Namen zunächst nicht aufzudecken bereit ist und stattdessen behauptet, Max Bronski sei 1964 in München geboren worden, habe seine Heimatstadt nie verlassen, ein abgebrochenes Theologiestudium und ein Studium der Musikwissenschaften hinter sich, habe verschiedene Jobs absolviert und schreibe.
Der Schauspieler Michael Fitz hat Lesungen veranstaltet, auf denen er jeweils die Bronski-Bücher seinem Publikum vorstellte, weshalb der Verdacht aufgekommen ist, er selbst verberge sich hinter diesem Pseudonym. Fitz hat dies ausdrücklich bestritten. Inzwischen ist das Rätsel um Max Bronskis Identität gelöst, womit die literarische Welt um ein Geheimnis ärmer ist: Im September 2014 hat sich der Münchner Schriftsteller Franz-Maria Sonner, der ebenfalls wie sein Pseudonym Max Bronski im Verlag Antje Kunstmann veröffentlicht, entschlossen seine Autorschaft aufzudecken. Max Bronski bleibt uns dennoch erhalten als Literat, der mit seinen Krimis leichtfüßig unterhält und sich gleichermaßen – vergleichbar nur mit den Texten von Friedrich Ani – München auf einzigartige Weise literarisch anverwandelt.
Wichtige Werke (Auswahl)
Die Romane der Gossec-Reihe behandeln u.a. das Rotlichtmilieu (Sister Sox 2006), allerlei kriminelle Verstrickungen (Schampanninger, 2008), den NS-Diskurs (Nackige Engel, 2010), eine Leiche beim Oktoberfest (München Blues, 2007) oder die Kirche (Die Josephsbrüder, 2025). Bronskis umfangreicher Roman Der Tod bin ich (2013), behandelt hingegen auf populäre Weise naturwissenschaftliche Themen, die mit allerlei Intrige und Verschwörung im Hintergrund verbunden sind. 2016 wird u.d.T. Mad Dog Boogie ein neuer Bronski-Krimi veröffentlicht, er behandelt das Gespinst aus Drogen und aus dadurch ausgelösten Psychosen. Der Agenten-Thriller Jaguar erscheint 2020, der politische Thriller Halder 2021. Unter seinem bürgerlichen Namen publiziert Franz-Maria Sonner u.a. die Novelle Gregor Mendel begegnet dem Schicksal (2024).
Stil / Rezeption
„Was auf dem Münchner Oktoberfest stattfindet, überschreitet die Grenzen der menschlichen Vernunft und Vorstellungskraft in einem solchen Maße, dass nur beherzte Bezifferungen helfen, ein Bild davon zu vermitteln“, schreibt Max Bronski, um nur eine Stelle zu nennen, die seine Kennerschaft der bayerischen Umstände aufweist. Seine Romane sind voller Lokalkolorit und Insiderwissen, was Münchner Geschichte und Milieus betrifft, und in einem doppelten Sinne eine Lesefreude: Sie sind unterhaltsame Krimis und doch zugleich tiefergehende Charakterstudien und Analysen des menschlichen Zusammenlebens.
Kotteder, Franz (2014): Bass-Solo für Max Bronski. Jetzt kommt' raus: Franz-Maria Sonner ist der Autor der berühmten München-Krimis. In: Süddeutsche Zeitung (München) Nr. 201, 2. September, S. 42.
