Christian Lorenz Müller
Der Schriftsteller Christian Lorenz Müller wird 1972 in Rosenheim geboren und lebt in Salzburg. Das Individuum im Spannungsfeld von zwischenmenschlichen Beziehungen und Gesellschaftsstrukturen prägen sein Schaffen.
Werdegang
Eigentlich gelernter Trompetenmacher, debütiert er 2010 mit dem Roman Wilde Jagd und widmet sich seither der Literatur. Gelegentlich rezensiert er auch, unter anderem für die Salzburger Nachrichten. Er schreibt für den Lyrikblog Der goldene Fisch und verantwortet von 2015 bis 2022 den Prosateil der deutschen Literaturzeitschrift Konzepte.
Wichtige Werke (Auswahl)
Müllers Debütroman Wilde Jagd erscheint 2010 bei Hoffmann und Campe. Darin zeichnet er das Porträt eines jungen und zu Beginn wortkargen Bergbauern. Es folgen 2018 der Roman Ziegelbrennen, 2020 Unerhörte Nachrichten und 2024 Radieschen-Revolution. In letzterem gerät ein Idealist in einen Gemeinschaftsgarten, wo er sein grünes Wunder erlebt.
Stil / Rezeption
Eine kräftige, bildreiche Sprache und gemäßigte formale Experimente prägen das Werk von Christian Lorenz Müller. Ein wichtiges Stilmittel sind Rückblenden in die Vergangenheit seiner Figuren, die ihnen Plastizität und Tiefe verleihen. Ob Müller in Ziegelbrennen eine Familiengeschichte erzählt oder mit Radieschen-Revolution die Entwicklung eines Gemeinschaftsgartens nachzeichnet: Immer ist die aufgerufene kleine Gesellschaft ein Spiegel der großen.
Klaus Zeyringer bespricht in Der Standard Müllers zweiten Roman Ziegelbrennen: „Ohne Sozialromantik wird Arbeit auf dem Bauernhof und in den Fabriken präzise geschildert, ohne Betulichkeit Antons Abkehr vom Priestertum (nachdem er von der Rolle der Kirche im Ustascha-Regime erfahren hat), ohne Übertreibung die prekäre Lage eines "freien" Geisteswissenschafters. […] In vielen Klangfarben überzeugt dieser Roman der Vielstimmigkeit in realistischer Erzählweise mit Fantasieeinschüben, im Konkreten wie im Übertragenen.“
Über Radieschen-Revolution schreibt Beatrice Simonsen im Magazin des Literaturhaus Wien: „Den politischen Anspruch und das zähe Ringen seines Protagonisten um das Potenzial des Gartenprojekts lockert Christian Lorenz Müller mit unterhaltsamen Episoden aus Gerds Rezensenten – oder Elfis Off-Theater-Alltag auf. Die wechselnde Erzählperspektive wirkt belebend: Passend zu Elfis Temperament lässt der Autor sie in Ichform über Gefühle, Meinungen und erotische Sehnsüchte frei von der Leber weg plaudern. Die Sicht auf Gerd dagegen ist auktorial erzählt und zeigt seine Entwicklung vom durchsetzungsschwachen Grübler zum lautstarken Revolutionär. Dabei macht die Tonlage die Musik, und die klingt nicht etwa bierernst sondern bodenständig-humorig.“
Preise & Auszeichnungen
Müller wird 2012 für seinen Roman Wilde Jagd (2010) mit dem Bayerischen Kunstförderpreis ausgezeichnet. Er erhält weitere Preise und Stipendien, u.a. 2012 den Georg-Trakl-Förderungspreis für Lyrik und 2014 den Rosenheimer Literaturpreis.
Tätigkeiten im literarischen Betrieb
2013 initiiert Christian Lorenz Müller die Schreibwerkstatt Textgespräche.
Mitgliedschaften
Christian Lorenz Müller ist Mitglied des Nature-Writing-Kollektivs dns – die natur schreibt. Besonders verbunden fühlt er sich der Bayerischen Akademie des Schreibens.
Der Schriftsteller Christian Lorenz Müller wird 1972 in Rosenheim geboren und lebt in Salzburg. Das Individuum im Spannungsfeld von zwischenmenschlichen Beziehungen und Gesellschaftsstrukturen prägen sein Schaffen.
Werdegang
Eigentlich gelernter Trompetenmacher, debütiert er 2010 mit dem Roman Wilde Jagd und widmet sich seither der Literatur. Gelegentlich rezensiert er auch, unter anderem für die Salzburger Nachrichten. Er schreibt für den Lyrikblog Der goldene Fisch und verantwortet von 2015 bis 2022 den Prosateil der deutschen Literaturzeitschrift Konzepte.
Wichtige Werke (Auswahl)
Müllers Debütroman Wilde Jagd erscheint 2010 bei Hoffmann und Campe. Darin zeichnet er das Porträt eines jungen und zu Beginn wortkargen Bergbauern. Es folgen 2018 der Roman Ziegelbrennen, 2020 Unerhörte Nachrichten und 2024 Radieschen-Revolution. In letzterem gerät ein Idealist in einen Gemeinschaftsgarten, wo er sein grünes Wunder erlebt.
Stil / Rezeption
Eine kräftige, bildreiche Sprache und gemäßigte formale Experimente prägen das Werk von Christian Lorenz Müller. Ein wichtiges Stilmittel sind Rückblenden in die Vergangenheit seiner Figuren, die ihnen Plastizität und Tiefe verleihen. Ob Müller in Ziegelbrennen eine Familiengeschichte erzählt oder mit Radieschen-Revolution die Entwicklung eines Gemeinschaftsgartens nachzeichnet: Immer ist die aufgerufene kleine Gesellschaft ein Spiegel der großen.
Klaus Zeyringer bespricht in Der Standard Müllers zweiten Roman Ziegelbrennen: „Ohne Sozialromantik wird Arbeit auf dem Bauernhof und in den Fabriken präzise geschildert, ohne Betulichkeit Antons Abkehr vom Priestertum (nachdem er von der Rolle der Kirche im Ustascha-Regime erfahren hat), ohne Übertreibung die prekäre Lage eines "freien" Geisteswissenschafters. […] In vielen Klangfarben überzeugt dieser Roman der Vielstimmigkeit in realistischer Erzählweise mit Fantasieeinschüben, im Konkreten wie im Übertragenen.“
Über Radieschen-Revolution schreibt Beatrice Simonsen im Magazin des Literaturhaus Wien: „Den politischen Anspruch und das zähe Ringen seines Protagonisten um das Potenzial des Gartenprojekts lockert Christian Lorenz Müller mit unterhaltsamen Episoden aus Gerds Rezensenten – oder Elfis Off-Theater-Alltag auf. Die wechselnde Erzählperspektive wirkt belebend: Passend zu Elfis Temperament lässt der Autor sie in Ichform über Gefühle, Meinungen und erotische Sehnsüchte frei von der Leber weg plaudern. Die Sicht auf Gerd dagegen ist auktorial erzählt und zeigt seine Entwicklung vom durchsetzungsschwachen Grübler zum lautstarken Revolutionär. Dabei macht die Tonlage die Musik, und die klingt nicht etwa bierernst sondern bodenständig-humorig.“
Preise & Auszeichnungen
Müller wird 2012 für seinen Roman Wilde Jagd (2010) mit dem Bayerischen Kunstförderpreis ausgezeichnet. Er erhält weitere Preise und Stipendien, u.a. 2012 den Georg-Trakl-Förderungspreis für Lyrik und 2014 den Rosenheimer Literaturpreis.
Tätigkeiten im literarischen Betrieb
2013 initiiert Christian Lorenz Müller die Schreibwerkstatt Textgespräche.
Mitgliedschaften
Christian Lorenz Müller ist Mitglied des Nature-Writing-Kollektivs dns – die natur schreibt. Besonders verbunden fühlt er sich der Bayerischen Akademie des Schreibens.
