Info
Geb.: 20. 1.1836 in München
Gest.: 28.1.1894 in München
Aus: Das Marienkind. F. Pustet, Regensburg.
Namensvarianten: Franz von Seeburg

Franz Xaver Hacker

Der Münchner Franz Xaver Hacker (1836-1894) schreibt als Priester und Schriftsteller für und über das katholische Volk. In seinen Romanen und Erzählungen verarbeitet er verschiedene historische Stoffe und erzählt vor der Kulisse Bayerns von Volksleben und Sittlichkeit.

Werdegang

Franz Xaver Hacker wird am 20. Januar 1836 in Nymphenburg bei München geboren und wächst in ärmlichen Verhältnissen auf. 1855 legt er sein Abitur am Wilhelmsgymnasium in München ab und studiert Theologie, Philosophie und Rechtswissenschaft. Anschließend wird er zum Priester geweiht und arbeitet zunächst in der Seelsorge. 1865 erkrankt Hacker drei Jahre lang schwer. Zur Erholung wird er an den Chiemsee geschickt. Hier erwacht in Hacker „die Neigung, die Gedanken und Empfindungen, welche seine Seele bewegten, die Bilder, welche seine Phantasie beschäftigten, niederzuschreiben und sie einem größeren Kreise zugänglich zu machen“, wie es in einer vom Verlag Friedrich Pustet herausgegebenen Kurzbiografie heißt: „So wurde er Schriftsteller“. Hacker verbringt noch einige Jahre am Chiemsee, bevor er als Hochstiftsvikar nach München versetzt wird. Er arbeitet als Religionslehrer und Prediger am Wilhelmsgymnasium, bevor er 1886 zum Direktor der Zentral-Blindenanstalt ernannt wird. Am 28. Januar 1894 stirbt er in München.

Wichtige Werke (Auswahl)

1869 erscheint Franz Xaver Hackers Erstlingswerk Das Marienkind. Darauf folgt 1875 Durch Nacht zum Licht, ein „Zeit- und Sittengemälde aus dem Anfange des 19. Jahrhunderts“ und die Erzählung Cyclame. 1877 erscheint Die Nachtigall. In den Jahren darauf verarbeitet er verschiedene historischen Begebenheiten und Figuren in seinen Werken Papst Pius IX. (1878), Der ägyptische Joseph (1878), Die Fugger und ihre Zeit (1879), Joseph Haydn (1882) und Die Hexenrichter von Würzburg (1883). Neben seinen Romanen veröffentlicht er eine Vielzahl für das Volk bestimmte Erzählungen, etwa im Regensburger Marienkalender. Sämtliche Werke werden zu Lebzeiten unter dem Pseudonym Franz von Seeburg veröffentlicht.

Stil / Rezeption

Die Bücher Hackers sind bei ihrem Zielpublikum überaus erfolgreich, erleben mehrere Auflagen und werden teilweise ins Französische und in andere Sprachen übersetzt. Dabei erscheint Das Marienkind zunächst in einem Tiroler Blatt, wo es wenig beachtet wird und dem Verfasser keinen Pfennig einbringt. Für die Buchveröffentlichung trägt er die Kosten selbst. Dies erweist sich als glückliche Fügung, denn Friedrich Pustet, der Begründer des Regensburger Verlagshauses, wird bei einem Aufenthalt in München, wo er sich mit Reiselektüre versorgt, auf das Buch aufmerksam. Ein Besuch bei dem Autor am Chiemsee legt den Grundstein für eine tiefe Freundschaft und Hackers weitere schriftstellerische Tätigkeit.

Als „Lieblingslektüre in katholischen Familien“ bezeichnet der Verlag Friedrich Pustet die Werke des Autors und betont immer wieder seine Bedeutung als Volksdichter, der in erster Linie für das katholische Volk geschrieben habe. Er schöpfe dabei auch aus seiner Tätigkeit als Seelsorger, die ihm einen unmittelbaren Einblick in die Höhen und Tiefen, die Sorgen und Nöte des Volkslebens ermöglicht habe. Durch „sittlichen Ernst und echt christliche Weltauffassung“ gelinge es Hacker, „geist- und herzbildend auf den Leser einzuwirken“. So wolle er der Sturmflut von leichtfertigen Romanen und Novellen eine gesunde Lektüre und treffliche christliche Figuren entgegensetzen.

Immer wieder greift er auf historische Stoffe zurück, die er akribisch recherchiert und ausführlich erzählt. Ihm ist es ein Anliegen, auf Beobachtung zu setzen und „das Leben so zu schildern, wie es ist“.

Schauplatz seiner Romane und Erzählungen ist fast ausschließlich Bayern. Über Die Nacht zum Licht heißt es in einer Beschreibung des Verlags: „Das alte München steigt in prächtigen Schilderungen vor uns auf; das Hofleben wie das Leben der höheren und mittleren Stände entfaltet sich vor uns.“

Verfasst von: Bayerische Staatsbibliothek / Sophia Lindsey

Sekundärliteratur:

Keiter, Heinrich: Franz von Seeburg. Ein Lebensblatt. In: Seeburg, Franz von: Das Marienkind. 8., verbesserte Aufl. (1898). Fr. Pustet, Regensburg.


Externe Links:

Literatur von Franz von Seeburg im BVB

Literatur über Franz von Seeburg im BVB

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