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Geb.: 20. 3.1957 in Karlsruhe
© Verena Demetz

Nicole Eick

Nicole Eick wird 1957 in Karlsruhe geboren und macht dort Abitur. 1978 studiert sie Sozialpädagogik in Bamberg. Nach dem Studium arbeitet sie als Sozialpädagogin jeweils mehrere Jahre in folgenden Arbeitsbereichen: Hebammenschule Bamberg, Frauenhaus Coburg, Sozialpsychiatrischer Dienst Coburg, Schwangerenberatung Bamberg und schließlich Klinischer Sozialdienst des Klinikums Coburg, wo sie seit dem 1. Mai 2008 die Leitung übernommen hat.

Daneben ist Nicole Eick journalistisch – als freie Mitarbeiterin der Neuen Presse Coburg (1994-2008) sowie der Stadtmagazine „Albert“ und „Coburger Mohr“ – und literarisch – u.a. als Mitglied der VHS-Schreibwerkstatt – tätig. 2009 gründet sie die Coburger Autorengruppe SCHREIBSAND mit.

Eicks Kurzgeschichten und Gedichte werden in Anthologien und Literaturzeitschriften veröffentlicht. 2001 ist sie Gewinnerin des Kulturwettbewerbs „Coburg im Jahr 2010“, 2002 wird sie zum 14-tägigen Aufenthalt als Stadtschreiberin in Soltau eingeladen.

Ihr Romandebüt gibt sie im Juli 2012 mit dem Sozialkrimi Abfall. Abfall ist ein sozial- und gesellschaftskritischer Roman, womit die Autorin den Finger auf die Wunde von Chancenungleichheit, Kindesmissbrauch, Selbsthass und Verzweiflung legt. Die Neue Presse Coburg urteilt: „Knapp, lakonisch, teils vulgär ist der Jargon der Leute vom ‚Hochfeld‘, dem ‚Hartz IV-Viertel‘, das in jeder Stadt liegen könnte. Mit den Schauplätzen wechselt die Autorin die Tonart und die Perspektive, geschickt verflicht sie die Lebenslinien von Menschen aus ganz verschiedenen Milieus“. Mehr als eine Milieuschilderung ist Abfall ein Appell an die Menschenliebe unserer Gesellschaft.

2016 erscheint Eicks zweiter Roman und raus bist du, ein Buch über das Leben und den Tod. Die Ich-Erzählerin Franziska macht ein Praktikum im Pflegeheim und fragt: „Kannst du dir vorstellen, dass eine Frau in unserem Alter sterben muss? Obwohl sie ein kleines Kind hat? Dass eine alte Frau im Pflegeheim weiterleben muss, obwohl sie nichts mehr mitkriegt und vielleicht lieber gestorben wäre? Dass ein Mann von Fünfzig mit einem fast Neunzigjährigen zusammen im Zimmer liegt, nur weil er Spastiker ist? Und dass Zimmerputzen wichtiger ist, als mit einer alten Frau in Ruhe über den Tod zu reden?“ Das Coburger Tageblatt schreibt: „Hätte Nicole Eick in ihrer zupackenden, fast forschen Schreibart nicht auch einen schönen lakonischen Humor, wäre das alles ja ziemlich unerträglich. Ist es aber nicht.“

2017 erscheint Buchstabensuppe – ein Lesebuch für Fortgeschrittene, der erste Kurzgeschichtenband der Autorin. Es sind Geschichten, in denen oft nichts so ist, wie es auf den ersten Blick scheint: Eine Büroangestellte mit einem besonderen Verhältnis zu Buchstabensuppe, ein Schokoriegelhersteller mit innovativen Bewerbungsverfahren und das kleine Glück, das an einer Bushaltestelle beginnen, aber auch enden kann. „Würzige Miniaturen“ nennt die Neue Presse Coburg die 21 im Band enthaltenen Kurzgeschichten, und das Coburger Tageblatt schreibt: „Das ist eine Art Sommerbuch, kleine Geschichten für zwischendurch mal, zum Kaffee am schattigen Gartentisch. Aber Vorsicht: Nett sind die Miniaturen von Nicole Eick nicht. Die Coburger Autorin hat jetzt ein neues Werk vorgelegt, einen kleinen Band, mit verdichteten Lebensansichten von null auf hundert herbeischnipsend, dass man fast erschrickt.“

Nicole Eick ist verheiratet und hat zwei Söhne. Sie lebt in Coburg, wo sie 1986 familienbedingt umgezogen ist.

Verfasser: Bayerische Staatsbibliothek


Externe Links:

Literatur von Nicole Eick im BVB

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