Info
Geb.: 8. 9.1938 in Rohr i.NB
Gest.: 20.4.2012 in München
Hofmann bei einer Lesung 2007 in der Stadtbücherei Regen (© Lichtung Verlag)

Marianne Hofmann

Marianne Hofmann wird in Rohr in Niederbayern geboren und wächst dort auf. Sie absolviert verschiedene Ausbildungen und studiert in München Religions- und Sozialpädagogik. Im Anschluss daran ist sie im Schul- und Sozialbereich tätig. Anfang der 1980er-Jahre hält sie sich längere Zeit in Berlin und Liverpool auf, wo sie zu schreiben anfängt. Seit 1985 lebt sie wieder in München.

Hofmann verfasst erzählende Prosa und Gedichte. 1997 erscheint ihr Roman Es glühen die Menschen, die Pferde, das Heu, der in den Medien auf ein breites Echo stößt. Das niederbayerische Dorfleben der 1940er- und 1950er-Jahre wird aus der Perspektive einer Wirts- und Bauerntochter geschildert, schnörkellos, ohne Verzierung. Die Hauptfigur Eva wird auf Distanz gehalten; eine Sprache, die den Menschen mittels eines literarischen „Als-ob“ aus der kargen Dorfrealität heraushelfen könnte, gibt es nicht. Karin Fellner spricht in diesem Zusammenhang deshalb von einer poetischen Sprache, die gegen die sprachkarge Enge der Dorfwelt aufbegehrt: „Marianne Hofmanns Sprache gelingt es, die Dorfwelt gleichzeitig wiederzugeben und zu transformieren. Im Gegensatz zur dort herrschenden Eingeengtheit und Erstarrung ist nämlich diese poetisch kompakte Sprache wandlungsfähig wie Wasser, sie nimmt mit auf eine Reise in Möglichkeitswelten“. Für ihren Roman erhält Marianne Hofmann 1997 den Puchheimer Leserpreis.

2002 wird ihre Installation KLANG WORT KLANG, eine Meditation über das Wort, vertont und mehrmals aufgeführt. 2007 erscheint ihr erster Gedichtband Der Klang des Wassers, der Gedanken über die Sprache aus dem Kindheitsroman lyrisch fortführt. Zwei Jahre später kommt der Prosaband Ein rotes Kleid. Augenblickstexte heraus: Mehr als 50 Texte sinnieren über augenblickshafte Momente, sei es im ländlichen Niederbayern, sei es in einem Pekinger Restaurant, und lassen so das Leben fremder Menschen erkennen. Ihr erstes Kinderbuch Die kleine Birke. Eine Jahreszeitengeschichte publiziert Marianne Hofmann 2011.

Die Autorin ist Mitglied der GEDOK München. Sie stirbt im Alter von 74 Jahren in München.

Zu ihrem 1. Todestag 2013 erscheint im lichtung verlag Sommergras gebogen, ein Lesebuch mit Texten aus dem literarischen Nachlass Marianne Hofmanns. Ein biografischer Faden durchzieht dieses Buch: von der Kindheit in der Holledau, die geprägt ist von der harten Arbeit im elterlichen Wirtshaus und in der Landwirtschaft, über die Lehrjahre in München, die Berufsjahre bis hin zu den Reisen in alle Kontinente. In der Auseinandersetzung mit fremden Kulturen, der Begegnung mit Menschen und in der Beobachtung der Natur reflektiert Marianne Hofmann immer auch das eigene Ich.

Verfasser: Bayerische Staatsbibliothek / Dr. Peter Czoik

Sekundärliteratur:

Fellner, Karin (2008): „Und er gürtete den Schuh ...“ Ein Versuch über die Sprache bei Marianne Hofmann. In: Jakob, Reinhard (Hg.): Frauen schreiben: G'schichten vom Land. Schriftstellerinnen und das ländliche Milieu [Ausstellung im Bauernhofmuseum Jexhof, 12. Juni bis 31. Oktober 2008] (Jexhof-Heft, 24). Bauernhofmuseum Jexhof, Fürstenfeldbruck, S. 112-121.

Rambeck, Brigitta (2013): „So schön kann Leben sein – auf Erden“. Über Marianne Hofmann. In: Literatur in Bayern 28, Nr. 114, S. 24-27.


Externe Links:

Literatur von Marianne Hofmann im BVB

Literatur über Marianne Hofmann im BVB

„schnee fällt für die kinder“

Der Klang des Wassers – Gedichte von Marianne Hofmann

Heimat – Jenseits von Andacht und Klage

lichtung verlag

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