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Geb.: 17. 8.1837 in Löpsingen
Todesjahr: 1907 in Nürnberg

Michael Karl Wild

Michael Karl Wild wird 1837 im schwäbischen Löpsingen geboren. Wie sein Vater Friedrich Karl Wild (1807-1869) ist er Pfarrer und lebt von 1866 bis 1879 in Hürnheim. Er zieht dann nach Nürnberg, wo er 1907 stirbt.

Als „Abschiedsgruß an das Ries“ erscheinen seine Gedichte Riaser G’wächs mit einem Anhang hochdeutscher Gedichte im Verlag C.H. Beck in Nördlingen 1880. Das Motto für seine Gedichte steht auf dem Titelblatt: „Bal trucka bald naß, bald eanrscht on bal Gschpaß, nor ällas zur Zeit, daß de’s net keit.“

Als Mundartdichter knüpft er an Gottfried Jakob und Johannes Kähn an. Von der Mundartdichtung selbst verlangt Wild, dass sie „die Eigenart der betreffenden Gegend und ihrer Bewohner deutlich widerspiegele“, sonst wirke sie „auf Geist und Herz wie unreife Äpfel auf die Zähne, die einem davon aufstehen“.

Bekannt ist Michael Karl Wild aber vor allem durch seine Erzählung Die Hoppeltsmühle im Karthäusertal (1877) aus der Zeit des Dreißigjährigen Krieges geworden: Eine verbotene Liebesbeziehung zwischen der Müllerswitwe und ihrem Mahlknecht wird darin zum Anlass für einen jahrelang schwelenden, amtlichen Vorgang. Neben der Liebesgeschichte und der weit zurückliegenden Geschichte der sagenumwobenen Hoppeltsmühle mit all ihren Sagen und Märchen um die Mühlen im Karthäusertal beschreibt der Dichter die Schlacht bei Nördlingen (1634), skizziert deren Ablauf und dokumentiert das Schicksal der Menschen aus der Umgebung in diesem Krieg.

Verfasser: Bayerische Staatsbibliothek / Dr. Peter Czoik

Sekundärliteratur:

Pörnbacher, Hans (2002): Schwäbische Literaturgeschichte. Tausend Jahre Literatur aus Bayerisch Schwaben. Anton H. Konrad Verlag, Weißenhorn, S. 259.

Schlagbauer, Albert (1988): Dichter und Erzähler des Rieses (Das Ries erleben, 8). Verlag F. Steinmeier, Nördlingen, S. 51-67.


Externe Links:

Literatur von Michael Karl Wild im BVB

Michael Karl Wild bei Wikisource

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