Info
Geb.: 20.10.1682 in Kaufbeuren
Gest.: 5. 4.1744 in Kaufbeuren
Namensvarianten: Crescentia Höß; Anna Höß (Taufname)

Maria Crescentia Höß

Die Erbauungsschriftstellerin und Lieddichterin (Maria) „Crescentia“ Anna Höß wird als  sechstes von acht Kindern des Webers Mathias Höß und seiner Frau Luzia am 20. Oktober 1682 in Kaufbeuren geboren. Obwohl die Eltern zu arm sind, um die Mitgift für den Eintritt in das Franziskanerinnenkloster zu bezahlen, wird Anna Höß auf Vermittlung des evangelischen Bürgermeisters 1703 in das Kloster aufgenommen, wo sie als Crescentia („die Wachsende“) Höß nach strengen Regeln erzogen wird und wichtige Aufgaben übernimmt. 1710 wird sie Klosterpförtnerin und Krankenschwester, 1717 Novizenmeisterin, 1741 schließlich Oberin.

Wegen ihrer Frömmigkeit und lebensnahen Klugheit genießt sie bereits zu Lebzeiten Anerkennung und Verehrung, was dazu führt, dass man sie als Ratgeberin in allerlei Belangen aufsucht. So steht sie mit vielen bedeutenden Persönlichkeiten, v.a. Äbten und Fürsten, in brieflichem Kontakt, u.a. mit der bayerischen Kurfürstin Maria Amalia, dem Erzbischof von Köln Clemens August sowie dem Fürstabt von Kempten. Aber auch einfache Geistliche und Ordensleute und Hilfesuchende aus allen Ständen gehören zu ihrem Korrespondenten- bzw. Bekanntenkreis.

Neben ihrem umfangreichen Briefwechsel umfasst ihr schriftstellerisches Werk Gedichte und Gebete, worin sie nicht zuletzt ihr mystisches Erleben einkleidet. Als Vertreterin der sogenannten Zweiten Mystik steht sie in einer Reihe mit Maria Caecilia Mayr im benachbarten Dominikanerinnenkloster zu Wörishofen.

Ihr Leidenslied „O süße Hand Gottes, ermundrest mein Herz“ ist mehrfach überliefert und wird schließlich von Clemens Brentano, der, so Pörnbacher, über seine Kaufbeurer Großmutter Sophie von La Roche davon Kenntnis erhält, in sein Des Knaben Wunderhorn (Bd. 2, 1808) aufgenommen. Des Weiteren haben sich einzelne Lieder wie das „Lied von dem Todt“, das „Kreuzweglied“ und Gebete, ihr Testament sowie ihre „Gemütsversammlungen“ erhalten.

Am Ostersonntag, den 5. April 1744 stirbt Crescentia Höß. 1900 wird sie selig-, 2001 heiliggesprochen. In der Diözese Augsburg ist Crescentia Höß die mit Abstand am meisten und unmittelbarsten verehrte Heilige. (Zehn-)Tausende von Wallfahrern jedes Jahr machen sie zu einer Anlaufstelle der gesamten Weltkirche.

Crescentia Höss von Kaufbeuren als Oberin des Klosters der Franziskanerinnen in Kaufbeuren. Den schwarzen Schleier durfte nur die Oberin tragen. Zeitgenössisches Gemälde aus der 2. Hälfte des 18. Jahrhunderts

Verfasser: Bayerische Staatsbibliothek / Dr. Peter Czoik

Sekundärliteratur:

http://www.kaufbeuren-tourismus.de/pilgern/hl-crescentia/ihr-leben.html, (03.07.2017).

Miller, Arthur Maximilian (1968): Crescentia von Kaufbeuren. Augsburg.

Pörnbacher, Karl (2002): Schwäbische Literaturgeschichte. Tausend Jahre Literatur aus Bayerisch Schwaben. Anton H. Konrad Verlag, Weißenhorn, S. 194.

Ders. (2002): Die heilige Crescentia Höß von Kaufbeuren. Kunstverlag Fink, Lindenberg.


Externe Links:

Literatur von Crescentia Höß im BVB

Literatur über Maria Crescentia Höß im BVB

Maria Crescentia Höß in der DDB

Maria Crescentia Höß in der Deutschen Biographie

Maria Crescentia Höß im Ökumenischen Heiligenlexikon

Maria Crescentia Höß im Crescentiakloster Kaufbeuren

Maria Crescentia Höß in der Wikipedia

„O süße Hand Gottes! Ermuntre mein Herz“ in Des Knaben Wunderhorn

Crescentia Höß of Kaufbeuren and her Vision of the Spirit as a Young Man

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