Info
Geb.: 27. 7.1861 in München
Gest.: 1. 7.1927 in Pöcking
Lichtdruck nach einer Zeichnung. Aus: Paul Heyse: Das literarische München. München 1899, S. 19 (Bayerische Staatsbibliothek München/Porträtsammlung)
Namensvarianten: Friedrich Fabricius Max Karl von Ostini, Fritz von Biedermeier, Heinrich Theophil Jucundus Chrysostomus Biedermeier

Fritz von Ostini

Fritz von Ostini studiert seit 1880 auf väterlichen Wunsch Jura in München, widmet sich aber zunehmend seinen literarischen und künstlerischen Neigungen und wechselt zur Kunstakademie. Er beginnt für Zeitungen und Zeitschriften zu schreiben, seit 1887 ist er fester Mitarbeiter der Münchner Neuesten Nachrichten. Nachdem er die Redaktion des Feuilletons übernommen hat, macht er sich als Förderer der Secessionsbewegung in München einen Namen. Seit Gründung der Jugend 1896 deren leitender Redakteur, beeinflusst er das Kunstschaffen und -verständnis in weiten Teilen des deutschsprachigen Raums, wobei er die Münchner Wochenschrift zu einer der einflussreichsten Kunstzeitschriften der Jahrhundertwende macht.

Ostini wird durch eine Vielzahl populärer Künstlermonografien zur Malerei des 19. und frühen 20. Jahrhunderts bekannt, die er mit großem Einfühlungsvermögen schreibt. Die Kunst eines Eduard Grützner (1846-1925), Franz von Defregger (1835-1921) oder Julius Diez (1870-1957), mit denen er teilweise freundschaftlich verbunden ist, steht ihm dabei besonders nahe. Aber auch Literaten (u.a. Paul Heyse) schätzen seinen Umgang.

Für die Zeitschrift Jugend verfasst Ostini humoristische Gedichte, Novellen und Satiren, die er in Sammlungen wie Biedermeier mit ei (1904), Schwarmgeister (1908) oder Buch der Torheit (1910) später vereinigt. Seiner Feder entspringen zudem Kinderbücher und ein Roman (Tat und Schuld, 1919).

Pointierter Witz und stilistische Eleganz kennzeichnen seine Bücher. Als Journalist hat Fritz von Ostini nicht nur das nötige Gespür für Qualität, sondern auch das Selbstverständnis, erzieherisch auf die Gesellschaft einzuwirken. Darüber hinaus gilt er als bedeutender Förderer der Kunststadt München.

Verfasser: Bayerische Staatsbibliothek / Dr. Peter Czoik

Sekundärliteratur:

Pörnbacher, Hans: Ostini, Fritz Fabricius Max Karl Freiherr von. In: Neue Deutsche Biographie 19 (1998), S. 628f., http://www.deutsche-biographie.de/pnd117159271.html, (23.02.2012).


Externe Links:

Literatur von Fritz von Ostini im BVB

Literatur über Fritz von Ostini im BVB

Werke und Sekundärliteratur in Wikisource

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