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Geb.: 21. 7.1928 in München
Gest.: 19.7.2004 in München

Karl Günther Hufnagel

Karl Günther Hufnagel wird am 21. Juli 1928 in München geboren. Zum Ende des Zweiten Weltkriegs wird er, wie viele seiner Altersgenossen, als Flakhelfer eingezogen. Nach dem Abitur studiert er Psychologie, Anthropologie und Philosophie in Hamburg, Freiburg und München, wo er 1952 ein Diplom in Psychologie erwirbt. Zu dieser Zeit lernt er den Initiator der Gruppe 47, Hans Werner Richter, kennen.

Der Schriftstellerkollege Hans Werner Richter lädt Karl Günther Hufnagel 1959 zu einer Tagung der Gruppe 47 nach Schloß Elmau ein, er soll dort lesen. Im darauf folgenden Jahr wird er wieder eingeladen, diesmal  tagt die Gruppe 47 in Aschaffenburg. Nach einer kurzen Tätigkeit als Chefdramaturg beim Sender Freies Berlin Anfang der 1960er-Jahre entscheidet sich Karl Günther Hufnagel endgültig für ein Leben als freier Schriftsteller.

Der erste Roman Die Parasitenprovinz wird 1960 veröffentlicht, 1961 folgt der Erzählband Worte über Straßen. Um seinen Lebensunterhalt zu verdienen, schreibt Hufnagel Drehbücher und zahlreiche Hörspiele. Vom Literaturbetrieb hält er sich bewusst fern. Diese Entscheidung und sein kompromissloses Schreiben tragen dazu bei, dass ihm die große Popularität versagt bleibt. „Damals gab es für mich keinen einzigen interessanten deutschschreibenden Autor. Sie waren alle unglaublich optimistisch, penetrant wohlmeinend, und außerordentlich rührig um ihren Betrieb bemüht“, schreibt der Schriftsteller Jörg Fauser, einer von Hufnagels wenigen Freunden in der Literaturbranche, 1979 in der Basler Zeitung.

1979 nimmt Karl Günther Hufnagel am Ingeborg-Bachmann-Wettbewerb in Klagenfurt teil. In diesem Jahr erscheinen, nach langer Publikationspause, zwei neue Bücher: der Roman Draußen im Tag und der Erzählband Die Liebe wird nicht geliebt. 1980 wird der Roman Auf offener Straße veröffentlicht.

Ein Jahr später erhält der Autor ein Stipendium des Deutschen Literaturfonds sowie ein Literaturstipendium der Stadt München. Die Süddeutsche Zeitung sieht in seinen sprachlich und inhaltlich radikalen Werken  einen „Spiegel der bundesdeutschen Nachkriegstristesse“ (Lutz Hagestedt am 21. Juli 1998). Ende der 1990er-Jahre nimmt Karl Günther Hufnagel wieder Kontakt zu Verlegern auf. Es erscheinen Der Wiedergänger (2001), Geburt eines Dichters im Bürgerkrieg (2001) und Crapziks Karneval (2002). 2003 kommt die Lebensbeschreibung Aufzeichnungen eines Flüchtigen. Statt einer Autobiographie heraus.

Karl Günther Hufnagel stirbt am 19. Juli 2004, zwei Tage vor seinem 75. Geburtstag in München. 

Verfasser: Monacensia Literaturarchiv und Bibliothek


Externe Links:

Literatur von Karl Günther Hufnagel im BVB

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