Info
Geb.: 27. 2.1937 in München
Gest.: 22.7.2019 in Tutzing

Peter Hamm

1937 kommt Peter Hamm in München zur Welt, wächst jedoch bei seinen Großeltern in Weingarten (Oberschwaben) auf, da seine Mutter früh verstorben und sein Vater im Krieg ist. Mit 16 Jahren beginnt er eine Lehre zum Buchhändler, die er jedoch nicht abschließt. Ab 1957 ist Peter Hamm für zwei Jahre Mitarbeiter des Neske Verlages. 1959 übernimmt er kurzzeitig die Leitung der Pressestelle der Hochschule für Gestaltung in Ulm. Ein Jahr später ist er dann jedoch, erst in München später dann in Ulm, als freier Autor tätig.

Peter Hamm ist bis 1990 Mitglied der Schriftstellervereinigung PEN-Zentrum Deutschland und des Schriftstellerverbandes. Seit 1991 ist er Mitglied der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung und wird 1996 bis 2011 sogar Vizepräsident. Außerdem gehört er der Bayerischen Akademie der Schönen Künste an. Peter Hamm ist als Jurymitglied der SWF-Bestenliste, des Peter-Huchel-Preises, des Petrarca-Preises, des Georg-Büchner-Preises und des Hermann-Lenz-Preises tätig.

Peter Hamms schriftstellerische Tätigkeit umfasst Lyrik, Essays, literaturkritische Arbeiten sowie Filmdrehbücher. Darüber hinaus produziert er auch Fernseh-Dokumentarfilme.

In den Jahren 1952/53 macht Peter Hamm mit ersten öffentlichen Lesungen auf sich als Lyriker aufmerksam. Seine Gedichte erscheinen in Zeitschriften wie „Akzente“ oder „Sinn und Form“, außerdem im Feuilleton der FAZ sowie in verschiedenen Anthologien. Sein erster eigenständiger Gedichtband, 7 Gedichte, wird 1958 veröffentlicht. Nach einer Weile, in der sich Peter Hamm vor allem seinem politischen Denken widmet, wobei er Flugblätter und Pamphlete schreibt, wendet er sich erneut der Poesie zu. Sein zweiter Gedichtband erscheint 1982 mit dem Namen Der Balken.

Im Rahmen seiner literaturkritischen Arbeiten veröffentlicht Peter Hamm zu seinem 70. Geburtstag 2007 seine Betrachtungen über Dichter, andere Essayisten und Autoren, welche ihm besonders am Herzen liegen; darunter beispielsweise Fernando Pessoa, Robert Walser oder Peter Handke.

Seit den 1960er Jahren wirkt Peter Hamm auch als Drehbuchautor und sogar als Regisseur von Fernseh-Dokumentarfilmen, die teilweise von Musikern und Schriftstellern handeln. Er verfasst die Drehbücher zu den beiden Kinofilmen Die Moral der Ruth Halbfass (1972) und Übernachtung in Tirol (1973) von Volker Schlöndorff. 2002 präsentiert er außerdem das Film-Portrait Der schwermütige Spieler über den Schriftsteller Peter Handke, mit dem Peter Hamm eine enge Freundschaft verbindet. Die Vorlage zu dem Film liefert die erst 2006 veröffentlichte Buchform, welche auf Gesprächen basiert.

Mit dem Förderpreis zum Lessing-Preis der Stadt Hamburg erhält Peter Hamm seine erste Auszeichnung 1962. Neben seinen literarischen Werken, wird auch sein Film Die verbotene Schönheit 1978 mit dem NRW-Fernsehpreis geehrt. Im gleichen Jahr erhält er außerdem den Adolf-Grimme-Preis. 1989 wird ihm der Kulturpreis der Städte Ravensburg und Weingarten verliehen.

Am 22. Juli 2019 stirbt Peter Hamm in Tutzing.




Externe Links:

Peter Hamm in der Wikipedia

Werke Peter Hamms im Wallstein Verlag

Todesanzeige in der SZ

 

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