Info
Geb.: 3. 7.1905 in Nürnberg
Gest.: 11.4.1969 in Tutzing
Namensvarianten: Thomas Regau (Pseud.)

Karl Heinz Stauder

Karl Heinz Stauder zählt zu den Dichterärzten in der deutschen Literatur wie Oskar Panizza, Alfred Döblin oder Gottfried Benn. Der Sohn des Mediziners und Ärzteschaftsfunktionärs Alfons Stauder (1878-1937) studiert Medizin und wird 1929 an der Universität München mit einem „Beitrag zur Bestimmung der Fettspaltung im Duodenalsaft an Hand von klinischen Untersuchungen“ promoviert. Später ist Karl Heinz Stauder dort als Nervenarzt tätig, sein Interesse reicht von Epilepsie bis Neurologie und Psychopharmakologie.

Trotz umfänglicher wissenschaftlicher Schriften gibt er seine wissenschaftliche Karriere auf und tritt auch nicht in die NSDAP oder eine ihrer Organisationen ein. 1937 verlässt Stauder die Klinik und eröffnet eine eigene Praxis für Psychiatrie und Neurologie in München. Er verfasst weiter zahlreiche Bücher; zwischen 1951 und 1961 gibt er eine der bedeutenden medizinischen Zeitschriften seiner Zeit heraus, die Medizinische Klinik.

Unter dem Pseudonym Thomas Regau verfasst er Dramen (Nausikaa; Thomas Morus, beide 1951), Erzählungen (Chinesische Seide, 1950; Taggeschichten, Nachtgeschichten. 23 Erzählungen, 1968), Reisebücher (u.a. Gast der Götter. Im Unbekannten Sizilien, 1962), Essays (u.a. Der Traum vom Menschen, 1965) sowie Hörbilder. Heiter-Erotisches stellt sein Buch Hetärengespräche 1965 oder Die moderne Liebesschule dar, eine „Satire auf populäre ‚Aufklärungs‘-, ‚Liebeskunst‘- und ‚Eheglück‘-Bücher“ (Der Spiegel 8/1965).

Zu seinen sonstigen medizinischen bzw. anthropologischen Studien gehören Medizin auf Abwegen. Der Einbruch der Technik in die Heilkunst (1960) sowie Menschen nach Maß. Werkstoff Mensch im Griff einer seelenlosen Wissenschaft (1965).

Verfasser: Bayerische Staatsbibliothek / Dr. Peter Czoik

Sekundärliteratur:

Große Bayerische Biographische Enzyklopädie (2005). Hg. von Hans-Michael Körner unter Mitarbeit von Bruno Jahn. Bd. 3. München, S. 1881.

Hippius, Hanns; Möller, Hans-Jürgen; Müller, Norbert; Neundörfer, Gabriele (Hg.) (2005): Die Psychiatrische Klinik der Universität München 1904-2004. Springer Medizin Verlag, Heidelberg, S. 119.


Externe Links:

Literatur von Karl Heinz Stauder im BVB

Karl Heinz Stauder in der Deutschen Biographie

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