Info
Geburtsjahr: 1605
Todesjahr: 1679
Namensvarianten: geb. Bosch, verw. Rubinger (1), Weinmann (2); Florinda (Pseud.)

Clara Catharina von Birken

Die Witwe des Johann Rubinger und des Johann Weinmann (1599-1672), Professor für Theologie und Pastor in Altdorf bei Nürnberg, heiratet am 3. Dezember 1673 den Nürnberger Dichter und Ordenspräsidenten des Pegnesischen Blumenordens Sigmund von Birken (1626-1681). 1674 erweitert Birken den Kreis um drei Ehefrauen von Ordensmitgliedern, die selber nicht als Dichterinnen oder Gelehrte hervortreten, aber an den gesellschaftlichen Treffen teilnehmen möchten, darunter auch seine eigene (zweite) Ehefrau Clara Catharina von Birken.

Clara Catharina erhält – passend zu ihrem Gatten Sigmund, der als „Floridan“ geführt ist – den Ordensnamen „Florinda“ und zur Blume die „rothe Provinz-Rose“ mit der Beischrift „Unter Dornen wachsend“ mit folgender Erklärung: „Mein Bild ist meine Blum. Jch wachse unter Dornen. / Sie waren Jesu Kron / sie sind auch meine Zier. / Sein Rosen-Blut schmückt mich / und schreibt zu den Erkohrnen / Jch werde blühen dort / die Dornen bleiben hier.“

Joachim Heinrich Hagen, Sigmund von Birken, Clara Catharina von Birken: Zergänzte, und ergänzte Wunsch-gedanken, bey Dem Gott-versehenen Vermälen/ des ... Herrn Sigmunds von Birken, Hochansehnlichen Kaiserl. Hof- und Pfalzgrafens, u. s. f. und der ... Frauen Claren Catharinen, des ... Herrn Johann Weinmanns, S. S. Theol. Doctoris, und bey der berühmten Universitet zu Altorf Professoris Primarii, Senioris, und Pastoris der Kirche daselbst, Seel. hinterlassenen Frauen Wittiben: Als es in Nürnberg Christ-löblich vollzogen ward, Bayreuth, 1673 [BSB, Sign.: 4 P.o.germ. 259#Beibd.10]

Stolz lässt sie sich im Habit der Pegnitzschäferin porträtieren, mit Schäferstab und Blumen im Haar. Zwar sind von ihr keine eigenen Gedichte überliefert, aber es existieren Kasualschriften für sie zur Heirat (u.a. Ehr-Feyer bey dem ansehlichen Myrten-Fest [...] FLORJDANS und FLORJNDEN) und Trauergedichte der Pegnitzschäfer und Sigmund von Birkens. Als sie 1679 stirbt, kondolieren Birkens engste Freunde Martin Limburger („Myrtillus“), Johann Gabriel Majer („Palämon“) sowie Georg Arnold Burger („Asterio“) dem Ordenspraesens mit der Trauerschrift Heilige Himmels-Anfurt und Tugendhafter Erdwandel […] Vorgestellt in etlichen Begräbnis-Liedern von Dreyen Blumgenoßen an der Pegnitz (Nürnberg 1678). Birken selbst verfasst ein Trauerlied mit dem Titel Klag-Stimme FLORIDANS Uber den zwar seeligen / aber ihme trübseligen Todes-Hintrit / Seiner HerzLiebsten FLORINDA (Nürnberg 1679; Nachdr. 1683). Es beginnt mit den Worten:

Es muß / es muß nur seyn:
ob meiner Sinnen Schein
im Thränen-Meer ertrinkt /
in dicke Nacht versinkt /
Florinda meine Zier!
Die Ursach ist nicht klein /
Es muß / zu Ehren dir /
Es muß gesungen seyn.

Verfasser: Bayerische Staatsbibliothek / Dr. Peter Czoik

Sekundärliteratur:

Jürgensen, Renate (2006): Melos conspirant singuli in unum. Repertorium bio-bibliographicum zur Geschichte des Pegnesischen Blumenordens in Nürnberg (1644-1744) (Beiträge zum Buch- und Bibliothekswesen, 50). Harrassowitz Verlag, Wiesbaden, S. 452.

Scheitler, Irmgard (2007): Poesie und Musik im Umfeld der Nürnberger Pegnitzschäferinnen. Nürnberg als „Ort kulturellen Handelns“. In: Rode-Breymann, Susanne (Hg.): Orte der Musik. Kulturelles Handeln von Frauen in der Stadt. Böhlau Verlag, Köln u.a., S. 35-65.

Woods, Jean M.; Fürstenwald, Maria (1984): Schriftstellerinnen, Künstlerinnen und gelehrte Frauen des deutschen Barock. Ein Lexikon (Repertorien zur deutschen Literaturgeschichte, 10). J.B. Metzlersche Verlagsbuchhandlung, Stuttgart, S. 7.


Externe Links:

Literatur von Clara Catharina von Birken im BVB

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