Info
Geb.: 10.11.1951 in Rottach
© privat
Namensvarianten: Peter Bartenschlager
Wirkungsorte:
Rettenberg

Pit Bartenschlager

Pit Bartenschlager wächst gemeinsam mit vier Geschwistern auf einem kleinen Bauernhof in Rottach (Gemeinde Rettenberg) auf. Im Elternhaus wird traditionelle Volksmusik gepflegt, die Mutter spielt Akkordeon, der Vater Zither, er selbst lernt Akkordeon und Trompete. Als Autodidakt bringt er sich selbst das Gitarrespielen bei und spielt in den 1970er-Jahren unter dem Einfluss von Bob Dylan, Cat Stevens und den Stones vorwiegend englischsprachige Musik. 1977 gehen er und Wolfgang Siegel mit ihrer Mischung aus Irish Folk, Blues und Rock bei einem Musikwettbewerb aus über 100 Mitbe­werber*innen als Sieger hervor; die 3.000 Zuhörer*innen auf der Augsburger Freilichtbühne am Roten Tor geben ihr Votum mehrheitlich für sie ab. Der Erfolg motiviert und sorgt für Bekanntheit.

Gemeinsam mit Rupert Pfau aus Immenstadt nimmt Pit Bartenschlager dann eine musikalische Neuausrichtung vor. Als Duo Pit & Rupert singen sie ausschließlich in Allgäuer Mundart. Vielen der von ihnen komponierten Melodien auf der ersten Platte Allgäufolk (1978) liegen traditionelle Texte zugrunde, beispielsweise das Oberallgäuer Volkslied „'s Rosele“ oder Texte der Allgäuer Dichter Korbinian („Beichte“, „Noch d'r Andacht“, „A kluina Troscht“), Fridolin Holzer, Josef Gaßner, Baldrian Haberstock und Max Probst („D' Huikehr“). Mit ihrem neuen Musikstil inspirieren sie andere Musiker*innen, u.a. Werner Specht aus dem Westallgäu. Es folgen Radio- und Fernsehauftritte, Thomas Gottschalk kommt zu Besuch und sendet direkt aus der Rottacher Dorfgaststätte. Ein Jahr vor dem Tod des Heimatdichters Korbinian treten Pit & Rupert mit ihm in einer Kemptener Buchhandlung auf. 1995 wird die zweite CD Allgäufolk 2 ver­öffentlicht mit dem vom begeisterten Hobbyflieger Bartenschlager geschriebenen „'s Fliegarlied“ und „Feirobed“, dem ein Text von Ernst T. Mader zugrunde liegt. Die meisten Texte auf der CD stammen von Pit Bartenschlager und Rupert Pfau selbst; musikalisch unterstützt werden sie von Gaby Kaiser und Reinhold Mayr. Viele der Allgäufolk-Lieder können mittlerweile auf gängigen Online-Portalen gestreamt werden.

Die vier Musiker der CD Allgäufolk 2 (1995). V.r.n.l.: Pit Bartenschlager, Rupert Pfau, Gaby Kaiser, Reinhold Mayr © privat

Mitte der 1990er-Jahre schreiben Pit Bartenschlager und Michael Immler das „Europalied“, das in Brügge aufgezeichnet und im Sonntagskonzert des ZDF gesendet wird. Der Berufskraftfahrer Bartenschlager, den sein Beruf kreuz und quer durch Europa geführt hat, drückt mit dem Lied seine Freude über das Ende des Kalten Krieges und seine Hoffnung auf ein friedvolles, geeintes Europa aus.

Pit Bartenschlager bleibt sein Leben lang der Musik treu. 2018 kommt zu seinem 66. Geburtstag sein „Biker-Song“ heraus. Mit der Kemptener Sängerin Chantalle Schubert bildet er das Duo Chantalle & Pit. Und für noch unveröffentlichte Allgäufolk-Songs sind Studio-Aufnahmen geplant.

Verfasser: Digitaler Literaturatlas von Bayerisch Schwaben DigiLABS / Rosmarie Mair, M.A.

Sekundärliteratur:

Niehörster, Thomas (2016): Wie's Rosele bei uns Einzug hielt. Erinnern Sie sich noch an Pit & Rupert? In: Heimat Allgäu, H. 1.

Gschwend, Riccarda (2018): Mit 66 Jahren: Allgäuer schreibt lässigen Biker Song! In: Allgäuer Zeitung, 8. Mai.

Bässler, Marion (2021): „Frechs Zuig“ von Allgäu-Folk. In: Allgäuer Zeitung, 3. Februar.

Allgäu-Folk zum Streamen. In: Allgäuer Zeitung, 27.02.2021. 


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