Info
Geb.: 28.11.1687 in Innsbruck
Gest.: 19.12.1740 in Ottobeuren
Titel: Prof.
Namensvarianten: Peter Gischel

Petrus Gischl

Pater Petrus Gischl studiert in seiner Geburtsstadt Innsbruck, wo er an der Universität seine Theses ex universo jure canonico öffentlich verteidigt. Am 21. Mai 1712 erhält er als Weltgeistlicher die Priesterweihe, die Primiz erfolgt einen Monat später am 12. Juni. Gischl wirkt als Cooperator der Diözese Brixen und als Pfarrer von Serfaus im Oberinntal. Er tritt in den Benediktinerorden ein und legt die Profess am 13. November 1728 ab. Während seines Lebens übernimmt er folgende Ämter: Subcustos, Professor der Rudimenta, Pfarrer von Theinselberg, dann von Tisis (1732), Professor juris canonici im Kloster, Beichtvater und Prediger zu Eldern (1735). Er stirbt am 19. Dezember 1740 im Kloster zu Ottobeuren.

Als Meister der Rhetorik verfasst Petrus Gischl eine Rhetorica major et minor sowie Favus mellis, id est Rhetorica major et minor (beide 1740). Darüber hinaus stammt aus seiner Feder eine Art Anleitung zum Katholizismus, Hundert Bewegursachen katholisch zu bleiben, oder katholisch zu werden, die 1737 in Augsburg erscheint.

Petrus Gischl gehört wie Beda Braumüller und Michael Reichbeck zu jenen Patres aus Ottobeuren, die kleine Dichtungen zu einem Festtag oder sonstige erwähnenswerte Werke hervorgebracht haben, die für das Reichsstift von literarischer bzw. quellengeschichtlicher Bedeutung sind. Unter Abt Rupert Ness erlangt die Kultur- und Frömmigkeitsgeschichte des 18. Jahrhunderts in Ottobeuren ihren besonderen Höhepunkt.

Verfasser: Bayerische Staatsbibliothek / Dr. Peter Czoik

Sekundärliteratur:

Pörnbacher, Karl (2002): Schwäbische Literaturgeschichte. Tausend Jahre Literatur aus Bayerisch Schwaben. Anton H. Konrad Verlag, Weißenhorn, S. 172.

Zeitschrift des Historischen Vereins für Schwaben und Neuburg (1904), Bd. 31, S. 21f.


Externe Links:

Literatur von Petrus Gischl im BVB

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