David Vajda
David Vajda, geboren 1989 in München, lebt als freier Autor und Regisseur in München und Wien. Der cineastische Blick auf die Realität prägt seine Prosa inhaltlich und stilistisch. Seine pointierten Charakterstudien besitzen eine Sprachkraft, die gekonnt zwischen Ernst und Komik changiert.
Werdegang
David Vajda besucht das Luitpoldgymnasium in München. Ab 2009 studiert er am University College London, wo er 2012 seinen Bachelor der Philosophie erlangt. Von 2013 bis 2014 absolviert er ein von der Studienstiftung gefördertes Masterstudium in International Politics an der University of Cambridge. Außerdem schreibt er freischaffend für Publikationen wie den Guardian und das Financial Times Magazine. 2020 wird er mit einer literarischen Reportage zum Berner Literaturfest eingeladen. Im Frühjahr 2021 reist er nach Guatemala, um für Reportagen die Hintergründe einer zeitgenössischen Hexenverbrennung zu recherchieren.
Wichtige Werke (Auswahl)
Mit Jesus Egon Christus schließt David Vajda 2021 seinen ersten geförderten, 51-minütigen Spielfilm ab. Der Film, eine scharfsinnige Groteske über Religiosität und Sinnsuche, die in Ko-Regie mit seinem Bruder Saša Vajda entsteht, feiert auf der 71. Berlinale sowie auf dem IFFR Rotterdam Premiere.
Literarisch tritt Vajda mit Kurzgeschichten in Erscheinung, die in den Magazinen Edit und Dummy veröffentlicht werden. Im Februar 2026 erscheint sein Debütroman Diamanten bei Hanser Berlin. Dieser erzählt temporeich und mit vielen Schauplatzwechseln – darunter Provence, Belgrad, Berlin, Wien und München – von einer trauernden Familie rund um vier erwachsene Geschwister und ihren jüdischen, ex-jugoslawischen Vater.
Stil / Rezeption
Eine „Gratwanderung zwischen Leichtigkeit und Schwere“ nennt Nils Kahlefendt (Börsenblatt) Vajdas Debüt. Und tatsächlich ist die Komik mit der Tragik in diesem Roman nicht nur eng verwoben, sondern geradezu ihr Fundament, wie Vajda in einem Interview mit dem Hanser Verlag verrät: „Ich kann erst durch das Komische dem Tragischen ansatzweise näherkommen – es ist die Voraussetzung, keine Begleiterscheinung.“
Auch dass David Hugendick (Die Zeit) die „szenische[n] Kompositionen“ und das „geradezu filmische Gespür für die Spannung und die rastlose Verlorenheit zwischen seinen Figuren“ hervorhebt, lässt sich auf die erzählerische Herangehensweise des Autors zurückführen, die stark von den Mitteln des Kinos beeinflusst ist. In Anspielung auf eine Passage aus J.D. Salingers Franny and Zooey bezeichnet David Vajda seinen Stil als „Home-Video“: Der Ich-Erzähler Dudi verzichtet konsequent aufs Psychologisieren und verharrt in einer fast kamerahaften Rolle des Beobachters – „manchmal unmittelbar, manchmal aufbereitet, verdichtet, vielleicht sogar verfälscht.“ Montageartig, fast wie ein Mosaik, entsteht nach und nach das Bild der anderen Geschwister, den titelgebenden „Diamanten“, wie sie ihr Vater liebevoll bezeichnet.
Zu Vajdas literarischen Einflüssen zählt die italienische Schriftstellerin Natalia Ginzburg.
Preise & Auszeichnungen
2022 erhält David Vajda das „Start-Stipendium Filmkunst“ des österreichischen Bundesministeriums für Kunst und Kultur. 2025 nimmt er am „Oxbelly Screenwriting Retreat“ teil und arbeitet im Rahmen des Aufenthaltsstipendiums „nthspace Turin Writing Residency“ an seinem Roman, für den er außerdem das Arbeitsstipendium Literatur des Berliner Senats erhält.
Externe Links:
Literatur von David Vajda im BVB
David Vajda, geboren 1989 in München, lebt als freier Autor und Regisseur in München und Wien. Der cineastische Blick auf die Realität prägt seine Prosa inhaltlich und stilistisch. Seine pointierten Charakterstudien besitzen eine Sprachkraft, die gekonnt zwischen Ernst und Komik changiert.
Werdegang
David Vajda besucht das Luitpoldgymnasium in München. Ab 2009 studiert er am University College London, wo er 2012 seinen Bachelor der Philosophie erlangt. Von 2013 bis 2014 absolviert er ein von der Studienstiftung gefördertes Masterstudium in International Politics an der University of Cambridge. Außerdem schreibt er freischaffend für Publikationen wie den Guardian und das Financial Times Magazine. 2020 wird er mit einer literarischen Reportage zum Berner Literaturfest eingeladen. Im Frühjahr 2021 reist er nach Guatemala, um für Reportagen die Hintergründe einer zeitgenössischen Hexenverbrennung zu recherchieren.
Wichtige Werke (Auswahl)
Mit Jesus Egon Christus schließt David Vajda 2021 seinen ersten geförderten, 51-minütigen Spielfilm ab. Der Film, eine scharfsinnige Groteske über Religiosität und Sinnsuche, die in Ko-Regie mit seinem Bruder Saša Vajda entsteht, feiert auf der 71. Berlinale sowie auf dem IFFR Rotterdam Premiere.
Literarisch tritt Vajda mit Kurzgeschichten in Erscheinung, die in den Magazinen Edit und Dummy veröffentlicht werden. Im Februar 2026 erscheint sein Debütroman Diamanten bei Hanser Berlin. Dieser erzählt temporeich und mit vielen Schauplatzwechseln – darunter Provence, Belgrad, Berlin, Wien und München – von einer trauernden Familie rund um vier erwachsene Geschwister und ihren jüdischen, ex-jugoslawischen Vater.
Stil / Rezeption
Eine „Gratwanderung zwischen Leichtigkeit und Schwere“ nennt Nils Kahlefendt (Börsenblatt) Vajdas Debüt. Und tatsächlich ist die Komik mit der Tragik in diesem Roman nicht nur eng verwoben, sondern geradezu ihr Fundament, wie Vajda in einem Interview mit dem Hanser Verlag verrät: „Ich kann erst durch das Komische dem Tragischen ansatzweise näherkommen – es ist die Voraussetzung, keine Begleiterscheinung.“
Auch dass David Hugendick (Die Zeit) die „szenische[n] Kompositionen“ und das „geradezu filmische Gespür für die Spannung und die rastlose Verlorenheit zwischen seinen Figuren“ hervorhebt, lässt sich auf die erzählerische Herangehensweise des Autors zurückführen, die stark von den Mitteln des Kinos beeinflusst ist. In Anspielung auf eine Passage aus J.D. Salingers Franny and Zooey bezeichnet David Vajda seinen Stil als „Home-Video“: Der Ich-Erzähler Dudi verzichtet konsequent aufs Psychologisieren und verharrt in einer fast kamerahaften Rolle des Beobachters – „manchmal unmittelbar, manchmal aufbereitet, verdichtet, vielleicht sogar verfälscht.“ Montageartig, fast wie ein Mosaik, entsteht nach und nach das Bild der anderen Geschwister, den titelgebenden „Diamanten“, wie sie ihr Vater liebevoll bezeichnet.
Zu Vajdas literarischen Einflüssen zählt die italienische Schriftstellerin Natalia Ginzburg.
Preise & Auszeichnungen
2022 erhält David Vajda das „Start-Stipendium Filmkunst“ des österreichischen Bundesministeriums für Kunst und Kultur. 2025 nimmt er am „Oxbelly Screenwriting Retreat“ teil und arbeitet im Rahmen des Aufenthaltsstipendiums „nthspace Turin Writing Residency“ an seinem Roman, für den er außerdem das Arbeitsstipendium Literatur des Berliner Senats erhält.
