Info
Geb.: 30.10.1783 in Ast bei Landshut (München?)
Gest.: 8. 2.1824 in Ast
Titel: Dr. phil.
Namensvarianten: Carl von Rottmanner

Karl Rottmanner

Karl Rottmanner (1783-1824), der„vielseitig ausgebildete Gutsbesitzer und Rechtsbeflissene, Dichter und Philosoph“ (Johann Nepomuk von Ringseis) ist auf mehreren Gebieten tätig. Darüber hinaus ist Karl Rottmanner Mitglied der Zweiten Kammer des bayerischen Landtags.

Werdegang

Karl Rottmanner ist der Sohn des Agrarreformers und Gutsbesitzers Simon Rottmanner und seiner Frau Maria Anna Barbara, geb. Paur. Nach philosophischen Studien in Landshut und München, Reisen nach Italien und Frankreich lebt Rottmanner in München und Ast bei Landshut. Schon während seiner Studienzeit tritt er der bayerisch-patriotischen Jugendbewegung um den damaligen Medizinstudenten und späteren Arzt und Professor Johann Nepomuk von Ringseis bei: „Ihrem romantischen Überschwang, nicht frei von schwärmerischer Pose, verlieh die kleine, aber begabte und edel gesinnte Gruppe in Gedichten einen, wenn auch nicht künstlerisch bleibenden, so doch gültigen Ausdruck. Zu ihren schöpferischsten Mitgliedern zählten der Medizinstudent Joseph Löw und der Jurist Karl Rottmanner.“ (Sigrid von Moisy)

Wichtige Werke (Auswahl)

1808, in dem Jahr seines lyrischen Werks Frühlingsblumen, erscheint seine philosophische Kritik der Abhandlung F. H. Jacobis über gelehrte Gesellschaften, ihren Geist und Zweck; zeitgleich unterzeichnet Rottmanner das Schreiben der romantisch aufbegehrenden Landshuter Studenten an den Exponenten der Heidelberger Romantik Joseph Görres mit. Um 1810 erscheint dann seine Sammlung baierischer Volkslieder

Seine Parteinahme für die Romantik zeigt sich besonders in der Aufwertung des (christlichen) Mittelalters gegen das verstandeskühle, mechanistische Weltbild des Protestantismus. Nicht nur weitet er Schlegels Polemik gegen den damaligen bayerischen Akademiepräsidenten Friedrich Heinrich Jacobi in seiner Kritik der Abhandlung aus – Rottmanner rehabilitiert das von Jacobi abgelehnte Mittelalter vor allem durch seine Herausgabe althochdeutscher Handschriften und Minnelieder aus den Bibliotheken Landshut und München. Diese erscheinen erstmals in der von Friedrich Ast edierten Landshuter Zeitschrift für Wissenschaft und Kunst.

Mitgliedschaften

Karl Rottmanner war Mitglied der Zweiten Kammer des bayerischen Landtags.

Verfasst von: Bayerische Staatsbibliothek / Dr. Peter Czoik

Sekundärliteratur:

Graßl, Hans (2011): Rottmanner, Karl. In: Verfasser-Datenbank. De Gruyter, Berlin u.a. URL: http://www.degruyter.com.vdbo.emedia1.bsb-muenchen.de/view/VDBO/vdbo.killy.5533, (04.03.2015).

Moisy, Sigrid von (Hg.) (1984): Von der Aufklärung zur Romantik. Geistige Strömungen in München [Ausstellung München 26.6.-24.8.1984] (Ausstellungskataloge / Bayerische Staatsbibliothek, 29). Verlag Friedrich Pustet, Regensburg, S. 159-162 u.ö.


Externe Links:

Literatur von Karl Rottmanner im BVB

Karl Rottmanner in der Wikipedia